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CD-Review

Bordel Militaire

Artikel veröffentlicht am 24.09.2012 | 895 mal gelesen

Cocktailglas und Ährenkranz, was für eine versöhnliche Geste zwischen martialischer Härte und locker-flockiger Entspannung. Martini schlürfen und Uniform tragen, so hatten es sich die Inhaber des "Militärbordells" mit seiner Freudendivision sicherlich gedacht. Die kontroversen geistigen Väter dieser eigenwilligen Orgie aus Lounge, Pop und Industrial-Ästhetik sind ebenso schnell akustisch ausgemacht, wie sie auch im Inneren der CD sichtbar exponiert sind.

Was David Tonkin (ISOMER), Ben Taylor und Cameron Brew hier zusammenschütteln (oder auch rühren) atmet viel von dem, was Künstler wie Rice, Pearce, Tibet und Stapleton jeweils in ihren vielfältigen Projekten in die Wege geleitet haben. Experimentelles mit morbidem Charme, seichtes Piano, blutrote Lavalampen und noisige Störfrequenzen. Die geistigen Söhne geben sich relaxt, lassen aber gleichzeitig selbst in harmlosen Cocktailrezepten etwas Unheilvolles mitschwingen. Der Industrial-Einschlag bleibt allgegenwärtig aber subtil, Neofolk dagegen wird nur am Rande touchiert ("So Fear The Blinding White Light"). Es fehlt düsterer Jazz wie von BOHREN, doch BORDEL MILITAIRE schwimmen zumindest auf einer ganz ähnlichen Wellenlänge. Easy Listening mit verlorener Unschuld.

Besonders neu und aufregend ist das nicht, aber man spürt irgendwie, was für ein Geschenk dieses Freudenhaus sein soll. Ein Tribut an die frühen Pioniere, den Charme der 60er, Loops mit einer Extraportion Reverb. Solide Loungekost für die dunkle Seite, viel mehr ist es nicht.


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