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Sünde

Artikel veröffentlicht am 25.08.2008 | 4335 mal gelesen

Seit Mastermind Alexander Wesselsky 2002 seine ursprüngliche Band MEGAHERZ wegen künstlerischer Differenzen verlassen hat, kommen die Fans neben MEGAHERZ auch noch in den Genuss von EISBRECHER. Gegründet mit dem Ziel, Musik fernab gängiger Metal-Klischees zu machen, ging das neue Projekt an den Start und lieferte sowohl mit dem selbstbetitelten Erstlingswerk als auch mit dem zweiten Album "Antikörper" gehaltvollen Industrial-Metal ab, der auch kommerziell erfolgreich war.

Nun folgt also der dritte Streich, bei dem zunächst auffällt, dass die elektronischen Elemente etwas mehr in den Vordergrund gerückt sind, als dies noch auf dem Vorgänger der Fall war. Selbstverständlich bleiben auch die schmetternden NDH-Gitarrenriffs fester Bestandteil des EISBRECHER-Sounds, was sich schon beim bereits als Single ausgekoppelten Opener "Kann denn Liebe Sünde sein" zeigt. Auch bei "Die durch die Hölle gehen" oder dem etwas nervigen "1000 Stimmen" dominieren energiegeladene Gitarrenriffs. Viele Songs offenbaren gleichzeitig eine ordentliche Portion Eingängigkeit, Beispiele hierfür sind vor allem "Heilig", "Zu sterben" und das langsamere "Herzdieb", das man sich problemlos im Radio oder auf MTV & Konsorten vorstellen könnte. Hörer aus dem Elektro-Lager könnten an "This is deutsch" Gefallen finden, das schon alleine vom Titel an die leicht niveaulos-derben Songs von AND ONE erinnert und auch musikalisch in diese Kerbe schlägt - im Falle von EIBRECHER logischerweise mit zusätzlichem Gitarreneinsatz. Diesen Track gibt es zusätzlich noch in einem Remix der Elektro-Formation [:SITD:], von dem ich persönlich jedoch mehr erwartet hätte.

Alle Songs werden das ganze Album über getragen vom markant-tiefen Gesang von Alexander Wesselsky, nicht immer reicht dieser jedoch aus, um eher durchschnittlichen Songs wie "Mehr Licht" oder "1000 Flammen" genügend Leben einzuhauchen. Auch das Zwischenstück "Verdammt sind" und das Instrumental "Kuss" wirken ein wenig wie Lückenfüller, wenn letzterer Track zumindest ein wenig Entspannung von den sonst eher brachialen Momenten bietet.

Textlich sind EISBRECHER auch auf "Sünde" wieder provozierend unterwegs. Vieles dreht sich dem Albumtitel entsprechend um Frauen, Liebe und Sex, jedoch werden auch Themen wie Kindesmissbrauch und Suizid angesprochen. Hier liegt es im Ermessen und Anspruch jedes einzelnen, ob man mit diesen Lyrics nun etwas anfangen kann oder ob man sie unangemessen und peinlich findet.

Trotz nicht zu leugnender Schwächen ist "Sünde" ein Album, mit dem EISBRECHER ihre Fans glücklich machen werden. Härte und Eingängigkeit gehen oft Hand in Hand und "Sünde" dürfte sowohl für Industrial-, als auch für NDH- und Metalanhänger einiges zu bieten haben.


Kommentare
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melden Wertung 08/10 Deleted User | 07.10.2008 | 01:00 Uhr

Also im großen und ganzen kann ich dass Review so auch unterstreichen. Ich muss sagen, die Texte sind genau nach meinem Geschmack... bissl was zum Nachdenken. Auf jeden fall könnte die CD interessant für Fans von Rammstein sein. Aber...