Cut Up
"Wir haben noch eine Menge zu erzählen"

Interview

Cut Up

Lange hat es Sänger und Bassist Erik Rundqvist sowie Drummer Tobias Gustafsson nicht im ruhigen Fahrwasser gehalten. Nur wenige Monate nach der Auflösung ihrer ehemaligen Band VOMITORY, sind die Schweden wieder mit einem neuen Zusammenschluss am Start. CUT UP nennt sich das Projekt und startet mit seinem Debüt “Forensic Nightmares” genau dort, wo man zuvor aufgehört hatte. Was es zusätzlich zu sagen gibt und wer noch beim neuen Schlächter-Quartett mitwirkt, darüber klärt Rundqvist in einem Gespräch mit metal.de auf.

Hallo Jungs, ich hoffe ihr seid wohlauf und bereit für Action mit CUT UP?

Hey! Wir sind vollkommen fit und bereit, der Welt zu zeigen, worum es bei CUT UP geht!

Nachdem Du deine ehemalige Band VOMITORY zu Grabe getragen hast, wann hast du am ehesten das Gefühl gehabt, dass Death Metal für Dich weitergehen muss?

Nun, als wir zur Mitte des Jahres 2013 die Entscheidung gefällt hatten, dass es mit VOMITORY nicht weitergehen würde, wollten Tobias und ich auf jeden Fall weiter Musik machen. Wir haben immer noch eine Menge zu erzählen und entwickelten den Plan, nach der letzten Show von VOMITORY Leute für eine neue Band zusammen zu suchen. Wir kennen viele Leute, die guten Death Metal im Blut haben, sodass es lediglich bis Anfang 2014 gedauert hat, bis wir eine neue Band am Start hatten und neue Songs schreiben konnten.

Zuvor die Frage: Warum habt Ihr euch dazu entschieden, VOMITORY aufzulösen? Wart Ihr denn am Ende nicht mehr zufrieden?

Wenn eine Band für 24 Jahre aktiv ist, auf Tour geht und Alben schreibt, dann hat das seinen Preis, denn die Leben der verschiedenen Mitglieder ändern sich über die Zeit. Wir haben heutzutage alle unterschiedliche Prioritäten im Leben, da ist niemals ein Grund alleine. Demnach haben wir uns gesagt, bevor wir einfach weitermachen, am Ende vielleicht nicht mehr miteinander reden oder uns zerstreiten, lass uns lieber ein Datum festlegen und alles mit Stil und Anstand beenden. Demzufolge sind wir nun immer noch gute Freunde und werden es voraussichtlich auch unser ganzes Leben sein.

Lass uns nun “Forensic Nightmares” thematisieren. Noch immer befindet sich eine ganze Menge VOMITORY in eurem Sound. Blitzt da nun ganz einfach euer ureigener Stil durch oder wolltet Ihr auch etwas nach den 90er-Werken der “Vorgängerband“ klingen?

Wir haben selbst das Gefühl, dass es große Differenzen zu VOMITORY gibt. Damals hat Tobias fast sämtliche Musik geschrieben und ich war für die Lyrics zuständig. Bei CUT UP hat Tobias lediglich zwei Songs, Anders zwei Songs und Andreas  die sieben anderen Songs sowie Texte für zwei Stücke geschrieben. Ich habe mich wieder um den Rest der Lyrics gekümmert, weshalb es eigentlich nicht zu stark nach VOMITORY klingen dürfte. Darüber hinaus ist Andreas aber auch ein großer Fan, was schließlich zum Sound beigetragen haben könnte. Unser Ziel war es schon, nicht wie VOMITORY zu klingen, weshalb wir uns auch um zwei Sänger für etwas mehr Abwechslung gekümmert haben. Genauso verhält es sich mit den Soli. Letztlich sind aber Tobias und Ich über viele Jahre in der Band gewesen, weswegen es wohl schwerer ist, am Sound etwas zu ändern, als wir uns das ursprünglich vorgestellt hatten.

Ein wesentlicher Aspekt, der mir auffiel, ist die hohe Anzahl an sehr schnellen Nummern. Das Ganze klingt enorm kompromisslos…ein bisschen wie in den frühen Neunzigern.

Das kann ich gar nicht so genau sagen. Wir spielen das, was uns liegt, wobei schnelle Stücke für uns viel einfacher sind als langsame Songs. Du brauchst immerzu ein paar langsamere Tracks, die etwas mehr heavy sind, um den Gesamtoutput interessanter zu gestalten. Dennoch ist genau das eine besondere Schwierigkeit für uns, weshalb auch in der Zukunft mehr in die schnellere Richtung gehen wird. Andererseits ist das unser erster Release. Da kann man nie genau wissen, wohin wir uns entwickeln und wie Musik und Texte der kommenden Platten aussehen werden.

Bertilsson und Björnson haben beide schon Erfahrung im schwedischen Death Metal gesammelt. Wie gut passen die beiden in Euer Konzept?

Sie passen einfach ideal, daher wollten wir sie auch unbedingt mit an Bord haben. Anders hat uns bei VOMITORY bereits das eine oder andere Mal ausgeholfen, als Peter nicht spielen konnte. Daher kannten wir ihn schon. Andreas haben wir auf Shows getroffen, als wir damals als Headliner auftraten und er mit FETUS STENCH eine Release Party zur neuen Platte feierte. Er ist ein bisschen jünger, doch wir waren sicher, dass er eine Menge Death Metal im Blut hat, was er bisher schon mehr als erwartet zurückgezahlt hat. Demzufolge sind die beiden die perfekten Bausteine für CUT UP.

Was hast Du in deiner freien Zeit am meisten vermisst? Songs schreiben und Alben aufnehmen oder eben die vielen Live-Auftritte?

Live zu spielen, Songs und Alben aufzunehmen bringt alles gewissen Spaß für sich, doch warum man das alles tut, sind zweifellos die Auftritte. Da ist schließlich nichts, was du damit vergleichen kannst, wenn du vor einer geladenen Metalmeute stehst und diese dir all die Energie auf die Bühne zurückgibt. Das haben wir sicherlich am meisten vermisst und wollten diesen Zustand schnellstmöglich wieder erzielen.

Das Artwork von “Forensic Nightmares” ist sehr detailliert und passend geworden. Was kannst Du darüber erzählen?

Das Cover-Artwork wurde von Lukasz Jaszak erstellt, der sich auch um das letzte VOMITORY-Artwork und natürlich noch einige andere Covers gekümmert hat. Wir dachten schon, dass er der Richtige ist, woraufhin wir ihn mit unseren Ideen kontaktiert haben. Er hat dann angefangen daran zu arbeiten und kam mit einem Ergebnis zurück, das perfekt zu unseren Vorstellungen und zum Albumtitel passte. Der Song handelt von einer Person, die dermaßen zerstückelt, zermatert und abgefuckt ist, bevor es an die forensische Identifikation geht. Das ist kaum möglich und eben ein regelrechter Alptraum für die Verantwortlichen. Fast alle Songs auf der Platte handeln von Mord und Zerfleischung. Demnach haben wir den Titeltrack “Forensic Nightmare” und das Album “Forensic Nightmares“ genannt, weil es thematisch schlicht am besten hinhaut.

Wann kommen wir, insbesondere in Deutschland, in den Genuss, CUT UP einmal live zu sehen?

Am 26. Juni haben wir in unserer schwedischen Heimatstadt Karlstad eine Releaseshow mit NIFELHEIM und PUTERAEON geplant. Sobald wir das hinter uns haben, werden wir so viele Shows wie möglich buchen. Hoffentlich können wir in diesem Herbst/Winter oder im Frühjahr auf eine Tour aufspringen und darauf einige Sommerfestivals spielen. Ich kann es gar nicht erwarten, wieder in Deutschland aufzutreten. Es ist so ein großartiges Metalland.

Das war schon alles. Dankeschön und Daumen hoch für das donnernde Erstlingswerk! Die letzten Worte gebühren dir!

Vielen Dank für die Chance, hier gehört und gelesen zu werden und die viele Arbeit, die ihr hineinsteckt. Hoffentlich sehen wir euch alle demnächst auf Tour und auf einen Plausch irgendwie, irgendwann.

20.06.2015

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