Goatwhore
Interview mit Schlagzeuger Zack Simmons zu "Vengeful Ascension"

Interview

GOATWHORE aus Louisiana sind seit Jahren ein Garant für ein heißes Gemisch aus Black, Death und Thrash Metal. Dabei schafft es die Truppe, ihren ureigenen Stil stets ein wenig zu verfeinern und kleine Veränderungen im Sound einfließen zu lassen. Das neue Album “Vengeful Ascension” stellt da keine Ausnahme dar, kombiniert ursprüngliche Heavyness mit zeitgemäßer Interpretation. Was dahintersteckt, klärten wir mit Schlagzeuger Zack Simmons.

 

Wie verliefen die Aufnahmen zu eurem neuen Album “Vengeful Ascension”? Was kannst du uns von der Arbeit hinter den Kulissen erzählen?

Der Aufnahmeprozess für dieses Album lief ziemlich reibungslos da wir alle zu dem Zeitpunkt, als wir ins Studio gingen, sehr gut vorbereitet, gut zusammen geprobt und mit dem Material vertraut waren. Obwohl wir dieses Mal weniger Zeit im Studio verbrachten als bei den vorherigen Alben, war es eine sehr relaxte und entspannte Erfahrung und jeder wusste, was zu tun ist, um die Arbeit fertigzustellen. Es gibt nicht viele verrückte Geschichten, da wir uns voll auf die Aufgabe konzentrierten. Aber der Studiobesitzer besitzt auch eine Bar auf der anderen Straßenseite, daher versuchten wir, die Tagesarbeit zeitig zu erledigen, um danach noch ein paar Biere zu trinken.

Bei den letzten vier Alben hattet ihr mit Erik Rutan gearbeitet. Für “Vengeful Ascension” hattet ihr euch entschieden, mit Jarrett Pritchard zusammenzuarbeiten, der einige Zeit euer Soundmann war.

Ja, Jarrett hat ziemlich durchgehend sieben Jahre als unser Live-Sound-Tontechniker gearbeitet. Unser Ziel für dieses Album war es, mehr von der Essenz von dem, was wir Live tun, einzufangen. Daher machte es Sinn, Jarrett an Bord zu haben, um dieses Ziel zu erreichen.

Neben dem organischen Sound gefällt mir auch die Vielfältigkeit des Albums. Es enthält etwas von allem was ihr in der Vergangenheit gemacht hattet mit einigen Nuancen. Wie beurteilst du selbst “Vengeful Ascension”?

Ich stimme dem zu. Es ist ein sehr vielfältiges Album und ich denke, dass jeder Song wirklich seine eigene Identität hat und etwas anderes bietet. Ich sehe es als etwas Bipolares, als eine Art Achterbahn von einem Album, welches dich ständig am Raten hält und niemals langweilig wird oder sich abnützt. Es enthält definitiv Spuren von dem, was wir auf den vorherigen Alben gemacht haben, erschließt aber auch einiges an neuem Gelände für uns.

Eines der Elemente, welche den Sound von GOATWHORE am meisten definieren, ist der Gesang. Wie hat sich dieser entwickelt und wie groß ist der Anteil am gesamten GOATWHORE Kosmos?

Der Gesangsaspekt ist definitiv ein großer Teil der Identität einer jeden Band und im Besonderen auch von unserer. Ich denke wie jeder von uns in der Band hat sich auch Ben (Louis Benjamin Falgoust, Sänger, Anmerk. d. Verf.) im Laufe der Jahre weiterentwickelt und wird immer besser in dem was er tut. Wir strengen uns alle an, vorwärts zu kommen und unsere eigenen Stärken zu verbessern. Ich denke, dieses Album zeigt das richtig.

Habt ihr irgendwas in der Art, wie ihr neue Songs schreibt, verändert? Kommt zuerst die Musik, oder ist die Basis der lyrische Inhalt? Hat sich das irgendwie von den früheren Veröffentlichungen geändert?

Wir sind definitiv proaktiver und effizienter im Songwriting geworden. Davor waren es einfach Sammy (Duet, Gitarrist, Anmerk. d. Verf.) und ich in einem Raum, in welchem sich die Tapes mit Riffs stapeln und wir fügten alles zusammen, was manchmal zu etwas Frustration und Hürden geführt hatte. Heutzutage schickt uns Sammy die Rohidee zu einem Song und wir können dann einen Spielplan entwerfen dafür, wenn wir alle in einem Raum sind. Das spart viel Zeit und Frustration, aber der überwiegende Anteil an Arbeit wird dadurch erledigt, dass wir gemeinsam in einem Raum jammen. Wir haben immer eine solide Struktur des Songs, bevor die Songtexte und der Gesang dazukommen.

Wer steckt hinter dem Coverartwork und welche Idee verbirgt sich zu diesem?

Jordan Barlow hat auch für dieses Album wieder das Cover gemacht und legte einen fantastischen Job hin. Es ist eine Visualisierung des Albumtitels und von vielen Themen, welche in den Texten zu finden sind. Ein Haufen von erbärmlichen, verzweifelten Figuren, sich quälend und verzweifelt ihren Weg zur Sonne kämpfend, aber niemals ganz erreichend.

Wie denkst du über die digitale Evolution der Musik? Ist für dich die Digitalisierung der Musik teilweise zu verdammen, da diese die Verkäufe von physischen Tonträgern schwächt?

Ich denke, es ist ein Teil der natürlichen Entwicklung wie viele Menschen heutzutage ihre Musik konsumieren. Das kam mit einer rasanten Änderung der Technologie und einer mangelnden Aufmerksamkeitsspanne von den Leuten. Ich denke, das ist absolut der Grund für den Rückgang von physischen Verkäufen, es gibt nun viel weniger Händler als es vorher waren. Aber es wird immer Leute geben, die eine physischen Produkt in den Händen halten wollen.

Euer Line-Up in GOATWHORE ist sehr stabil. Was ist euer Geheimnis?

Nicht auseinanderbrechen! Ich denke generell ist es ein großes Problem und eine große Aufgabe, gegenseitig Respekt zu haben, wenn man so viel Zeit miteinander verbringt. Wir sind alle recht unbeschwerte Jungs und glücklicherweise Nerven wir einander nicht zu sehr.

Wenn du GOATWHORE in drei Worten zusammenfassen müsstest, welche wären das?

Unbeugsames kontrolliertes Chaos. Die Arbeitsmoral kombiniert mit der Wildheit der Band ist eine Art symbiotische Sache die alles am Laufen hält.

Was habt ihr in nächster Zukunft alles geplant?

Wir haben gerade mit dem Touren für “Vengeful Ascension” angefangen. Wir werden definitiv in den nächsten beiden Jahren viel Zeit mit Touren verbringen um es zu unterstützen. Im Herbst kommt eine USA Tour mit VENOM INC. und TOXIC HOLOCAUST. Daneben möchten wir wirklich Wert darauf legen, mehr Zeit in Europa zu verbringen. Neben den Touren werden wir ziemlich bald damit anfangen, neue Songs für das nächste Album zu schreiben.

14.07.2017

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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