Illdisposed
Interview mit Jakob "Batten" Hansen zu "There Is Light (But It's Not For Me)"

Interview

Unglaubliche 20 Jahre sind ILLDISPOSED bereits am Start, und mit “There Is Light (But It’s Not For Me)” haben die Dänen auch gleich ein neues Album kurz vor der Veröffentlichung stehen. Genügend Gründe also, um mit Gitarrist Jakob “Batten” Hansen folgendes Interview zu führen.

Illdisposed

Zuerst möchte ich euch zu eurem 20jährigen Jubiläum mit ILLDISPOSED beglückwünschen! Wie fühlt es sich an, so lange schon Teil der Szene zu sein, auf Tour zu gehen, Alben aufzunehmen, usw.?

Danke dir! Auch wenn ich selbst “nur” seit 12 Jahren in der Band bin, war ich immer dabei, unterstützte ILLDISPOSED mit meiner vorherigen Band INFERNAL TORMENT. Und es fühlt sich sehr surreal an, nicht zuletzt weil es bedeutet, dass wir alt werden.

Was waren in dieser Zeit die besten Dinge, was die schlimmsten, die dir passiert sind? Und gab es dabei einen Punkt in deiner Karriere, wo du kurz davor warst, aus der Band auszusteigen, etwas anderes zu tun?

Ich habe über einen Ausstieg mindesten zehnmal nachgedacht. Es ist normal, dass wir uns in die Haare kriegen, wenn wir auf Tour gehen. Aber wir benötigen danach einfach ein wenig Zeit, in der wir voneinander getrennt sind, und alles ist wieder in Ordnung. Wenn wir zurücksehen, waren die meisten Dinge wirklich gut. Wir sind stolz auf das, was wir getan haben, und wir hatten einige großartige Partner auf diesem Weg, und hatten auch einige sehr gute Zeiten überall auf der Welt. Die negativsten Dinge sind damit verbunden, wenn wir zu sehr betrunken waren. Aber Fuck, das hier ist nun mal kein Kindergarten!

Natürlich habt ihr euer neues Album “There Is Light (But It’s Not For Me)”, welches bald veröffentlicht wird. Aber habt ihr noch andere Dinge geplant, um euer Jubiläum zu feiern?

Wir werden versuchen, jeweils etwas aus unseren gesamten Backkatalog zu spielen, wenn wir dieses Jahr auf Tour kommen. Es wird schwierig sein, ein perfektes Set zusammenzustellen, es gibt einfach zu viele Songs, aus welchen wir auswählen können!

Worin siehst du selbst die hauptsächlichen Unterschiede zwischen “There Is Light (But It’s Not For Me)” und dem Vorgänger “To Those Who Walk Behind Us”?

Zuerst ist das neue auch gleichzeitig einfach das bessere Album. Ich mochte “To Those Who Walk Behind Us” wirklich, aber da ist immer etwas seltsames daran. Vielleicht liegt es an der Produktion, ich weiß es nicht, es ist schwierig zu sagen, was es ist. Vielleicht ist es auch zu sehr im Midtempo gehalten. Das neue Album hat mehr schnelle Sachen. Und die Synthesizer sind besser gemischt.

Welche Bedeutung steckt hinter dem Albumtitel?

Das alles Scheiße ist!

Wovon handeln die Texte?

Hauptsächlich über die Probleme, mit welchen Bo kämpft. Die negativen Seiten des Lebens.

In welchem Zeitraum wurden die neuen Songs geschrieben? Lastete während des Songwritings oder der Aufnahmen irgendein Druck auf euch? Und stammen dieses Mal wieder alle Stücke aus deiner Feder? Welche Einflüsse hatten deine Bandkollegen auf die Songs?

Ich begann mit den Songs direkt, nachdem das letzte Album geschrieben war. Ich mache zu jeder Zeit neue Musik und ich habe auch schon was fertig für das nächste Album. Und ja, ich fühle hin und wieder einen Druck, da ich manchmal einfach überhaupt nicht inspiriert bin und für Monate keine Musik mache. Aber so ist das eben. Nur Bo sagt mir, wenn ich was ändern oder verbessern soll, wenn es ihm nicht gefällt. Die anderen sagen niemals etwas. Nicht dass sie es nicht dürften, sie tun es einfach nicht.

Hattest ihr eine Art Masterplan für das neue Album, einige Ziele, die ihr erreichen wolltest?

Nein. Wir wollten einfach ein gutes Album machen, wie immer.

Wie verliefen die Aufnahmen mit Tue Madsen im Antfarm Studio?

Es verlief ziemlich gut. Wir kennen Tue seit den frühen Anfängen in den Neunzigern. Und ehrlicherweise denke ich, dass unsere beiden bestklingenden Alben von ihm gemischt wurden.

In der Vergangenheit hattet ihr einige Texte in Deutsch, zum Beispiel das Stück “Ich bin verloren in Berlin” auf “The Prestige”. Gefällt euch die deutsche Sprache? Wie ist eure Verbindung zu euren deutschen Fans? Und magst du Sauerkraut?

In Dänemark lernen wir Deutsch in der Schule. Aber grundsätzlich lieben wir einfach alles über Deutschland, die Leute, die Würste, das Bier, Fußball und so weiter. Deutschland ist das Land, in welchem wir die meisten Shows spielen. Und natürlich liebe ich auch Sauerkraut, aber es ist gefährlich während einer Tour zu essen, wenn man nicht sicher ist, eine Toilette in der Nähe zu haben!

Für letzten November war eine Tour geplant, welche leider abgesagt werden musste. Worin lagen hierfür die Gründe?

Der Booking Agent bekam eine ernsthafte Lungenentzündung und konnte über einen Monat lang nicht arbeiten. Wir wussten darüber nichts bis zu dem Zeitpunkt, als er aus dem Krankenhaus kam, also konnten wir an der Situation nichts ändern, bevor es zu spät war. Aber dafür werden wir dieses Jahr viel auf Tour sein.

Wie denkst du heute über euer Album “Kokaiinum”?

Ich beginne, es wieder zu mögen. Es liegt nun 10 Jahre zurück, als wir es machten, und ich habe die Umstände vergessen, welche die hauptsächlichen Gründe waren, weshalb ich es nicht mochte. Es ist gut, auf seine eigene, spezielle Weise.

Wie würdest du die dänische Metalszene beschreiben? Ist Metal in eurer Heimat gut repräsentiert?

Metal ist gut repräsentiert, wir haben viele Bands. Das einzige Problem besteht darin, dass 95% der Bands beschissen sind, und niemals etwas erreichen. Wir sind nur eine Handvoll von Bands, welche unser Land weltweit repräsentieren. Es ist wirklich eine Schande.

Zum Ende des Interviews ein kleines Spiel, ich gebe dir jeweils zwei Möglichkeiten, von denen du eine wählen musst:

– Deutsches Bier oder holländische Drogen? – Deutsches Bier
– Ein Pferd oder eine Hure reiten? – Ich hoffe, du meinst keine männliche Hure – die Hure wäre es!
– Live spielen oder ein Album aufnehmen? – Live spielen
– Glen Benton oder Joey DeMaio? – Joey, da sein Name mehr nach Spaghetti klingt
– Bud Spencer or Terrence Hill? Bud, ich mag seine Hammer-Faust
– Schwanz lutschen oder Schwanz gelutscht bekommen? – Ehm….

Vielen Dank für das Interview! Die letzten Worte gehören dir!

Wir sehen uns auf Tour im Mai, Prost!

Galerie mit 14 Bildern: Illdisposed - Rockharz Open Air 2016
17.03.2011

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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