Night Laser
Trost für die Welt

Interview

Mit ihrem zweiten Album “Laserhead” bewegen sich die Hamburger NIGHT LASER mit Vollgas Richtung erste Liga. Hinter internationalen Sleaze- und Glam-Größen braucht sich das Quartett wahrlich nicht verstecken. Einflüsse aus der New Wave Of British Heavy Metal machen das Rundum-sorglos-Paket für Metalheads komplett. Frontmann Hannes gab uns Auskunft über die Entstehung der Platte, die Ziele von NIGHT LASER und das Arbeitsethos der Band.

Moin Hannes, Glückwunsch zur neuen Platte. Dank “Laserhead” tut der Abgang von MÖTLEY CRÜE nicht mehr so weh.

Hannes: Danke, freut uns, das zu hören! Wir dachten uns schon, dass die Welt etwas Trost vertragen kann!

Als Produzenten für die Platte konntet ihr Chris Harms und Benjamin Lawrenz gewinnen. Wie kam der Kontakt zustande?

Hannes: Zunächst haben wir nach Studios in Hamburg gesucht, und sind dann schnell auf die Chameleon Studios aufmerksam geworden. Wir haben einfach mal geschaut, wo und mit wem geile Bands aufnehmen, und so kam erst der Kontakt zu Eike Freese zustande, der zum Beispiel mit GAMMA RAY arbeitet und auch sonst schon viele sehr gute Produktionen gemacht hat. Er hat dann letztendlich den Kontakt zu Benny und Chris hergestellt, und es hat sofort gefunkt! Wir haben uns also auf Umwegen kennengelernt. Die beiden sind einfach ein Wahnsinnsteam und es hat unglaublich viel Spaß gemacht, mit ihnen zusammenzuarbeiten, weil sie verstehen, was wir wollen, und was der Stil braucht. Wir sind froh, mit zwei der besten Leute, die man bekommen kann, zusammenarbeiten zu können. Wir hatten eine wirklich schöne und erfolgreiche Zeit im Studio, was man auf “Laserhead” hören kann. Außerdem wohne ich in unmittelbarer Nähe des Studios, sodass ich nur aus dem Bett fallen musste und sofort eine Gitarre einspielen konnte.

Euer Debütalbum “Fight For The Night” erschien 2014 noch als Eigenproduktion. “Laserhead” erscheint jetzt über Out Of Line Music. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Hannes: “Fight for the Night” haben wir noch in Hannover aufgenommen und über ein kleineres Label vertrieben. Für “Laserhead” musste alles ein bis zwei Nummern größer werden, weil wir ja stetig vorankommen wollen. Daher hatten wir von vorneherein das Ziel, mit dem zweiten Album ein Label zu finden, das uns deutlich bekannter machen kann. Nachdem das Album im Kasten war, haben wir angefangen alle möglichen Labels abzuklappern. Viele hatten Interesse, aber wir haben auf das optimale Angebot gewartet. Den Kontakt zu Out of Line hat Chris Harms hergestellt. Die waren dort sofort begeistert von unserer Platte und so sind wir ins Geschäft gekommen. Wir fühlen uns dort schon jetzt sehr wohl und hoffen auf eine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Wie läuft denn das Songwriting bei NIGHT LASER? Gibt es einen, der die Hosen an hat?

Hannes: Wenn man so will, ja. Alle musikalischen Fäden laufen bei mir zusammen. Also alles was musikalisch passiert, stammt in der Regel von mir, wobei unser Drummer auf “Laserhead” auch zwei Songs beigesteuert hat. Was die Texte angeht, arbeiten wir auch manchmal im Team. Benno, unser Sänger, und ich setzen uns dann zusammen, schmeißen Ideen in einen Topf und machen daraus etwas, das dem Song gut steht und sich optimal singen lässt.

Für “Laserhead” habt ihr eine Crowdfunding-Kampagne via startnext.com gestartet. Wie war eure Erfahrung damit?

Hannes: Die Resonanz und Unterstützung war überwältigend! Wir haben da unglaublich viel Arbeit reingesteckt, aber es hat sich gelohnt. Ohne diese Kampagne hätten wir “Laserhead” nicht verwirklichen können. Wir können nur jedem empfehlen, diese Möglichkeit zu nutzen. Gemeinsam als Band zusammen mit all den Unterstützern etwas auf die Beine zu stellen ist was ganz Großes! So haben viele Leute auch gleich eine ganz besondere Beziehung zu dem Album.

Würdet ihr so etwas in Zukunft noch einmal machen?

Hannes: Auf jeden Fall! Nicht nur die finanzielle Unterstützung ist ein wichtiger Punkt, sondern auch der Zusammenhalt zwischen Band und Publikum, der so gefördert wird.

Die Platte hat ja auch ein sehr trashig-schickes Cover spendiert bekommen. Wer ist dafür verantwortlich und wie entstand das Konzept?

Hannes: Der Titel “Laserhead” lässt sich ja vielfältig interpretieren und wir hatten dementsprechend viele interessante Ideen. Der Vorschlag, den wir letztendlich verwendet haben, kam von mir. Zusammen haben wir dann das Konzept im Detail ausgearbeitet. Umgesetzt hat das Ganze dann Jens Reinhold für uns, auf den wir über FREEDOM CALL gekommen sind. Er hat aus der Idee das Optimum herausgeholt! Das Cover passt super zur Stimmung der Platte. Es sieht nach Heavy Metal aus, hat einen gewissen 80er-Touch, aber es steckt auch so ein bisschen Magie drin. Diese Szenerie macht voll was her und verbreitet eine faszinierende Stimmung – passt also super zu uns und unserer Musik.

Bandfoto von Night Laser

Bis 2014 wart ihr noch als NIGHTLIFE unterwegs. Wie kam es zur Umbenennung?

Hannes: Bis dahin waren wir noch in einer anderen Besetzung mit zwei Gitarren unterwegs. Als unser zweiter Gitarrist ausgestiegen ist, und wir zu viert weiter gemacht haben, veränderte sich die Band und wir fanden es angemessen, dies auch in einer Namensänderung auszudrücken. NIGHT LASER passt auch viel besser zu uns und hat das gewisse Etwas –  bleibt auf jeden Fall hängen!

Hattet ihr keine Angst, dass ihr dadurch Fans verlieren würdet?

Hannes: Ein wenig vielleicht, aber wir sahen eher die Vorteile, die uns das in Zukunft bringen würde. Die Fans haben das auch gut aufgenommen, und letztendlich passte es zur Weiterentwicklung des Band-Konzepts.

Die Bandfotos lassen vermuten, dass ihr alle schon gestandene Herren seid. Wie kamt ihr auf die Idee ausgerechnet eine Band zwischen Glam und Heavy Metal ins Leben zu rufen?

Hannes: Damals, als die Band in den ersten Anfängen steckte, das war so 2009/2010, sah die Szene in diesem Bereich noch wesentlich karger aus. Da uns der Stil vieler 80er Bands mit einem gewissen Glam-Einschlag schon lange speziell interessiert hatte, lag die Idee nahe, endlich eine Band zu gründen, die Heavy Metal in dieser Ausprägung wieder auf die Bühne bringt. Wir hatten einfach Bock drauf und es fühlte sich richtig an! Wir starteten als ein Projekt, besorgten uns erstmal ein paar Gigs und dann hieß es: Songs schreiben, proben, und raus auf die Bühne. Es hat so viel Spaß gemacht und so gut funktioniert, dass ganz schnell klar war, dass wir daraus im Laufe der Zeit etwas richtig Großes machen wollen!

Obwohl eure Heimat Hamburg ziemlich weit vom Sunset Strip entfernt ist, lasst ihr die Sounds der 80er-Glam-Bands sehr authentisch wiederaufleben. Wer sind denn so eure Einflüsse?

Hannes: Danke! Uns ist wichtig, dass unsere Musik ernst genommen und als eigenständige Stilkreation wahrgenommen wird. Hamburg ist für uns das L.A. des Nordens. In unseren Songs kann man Einflüsse aus ganz unterschiedlichen Subgenres hören. Im Kern ist es reiner Heavy Metal. Die 80er Einflüsse erkennt man an einer gewissen melodischen Eingängigkeit, am Stil jedes einzelnen Musikers und selbstverständlich auf der Bühne, wo wir auf Optik und Performance Wert legen. Wenn du dir eine Show von uns anschaust, denkst du vielleicht an DOKKEN, RATT, MÖTLEY CRÜE, QUIET RIOT und so weiter. Das sind alles vergleichbare Bands. Unsere Songs bestehen aber aus weitaus mehr Elementen, die wir uns zu eigen gemacht und zu einem Stil verschweißt haben. Heavy Metal, Hard Rock, Power Metal, und auch progressive Kniffe sind hörbar. Das macht NIGHT LASER aus.

Offenbar investiert ihr sehr viel Zeit in NIGHT LASER, obwohl ihr alle noch regulären Jobs nachgeht. Darf man fragen, welche Berufe euch das erlauben?

Hannes: Zwei von uns arbeiten als Musiker und zwei studieren momentan noch, beziehungsweise haben gerade ihren Abschluss gemacht. Da ist der weitere Weg also noch ganz offen und vieles ist möglich. Als selbstständiger Musiker bin ich so flexibel, dass ich der Band eine sehr hohe Priorität beimessen kann.

Und was sind eure Pläne für NIGHT LASER? Strebt ihr eine professionelle Karriere an oder soll es ein aufwändiges Hobby bleiben?

Hannes: Wir stecken nahezu unsere gesamte Zeit in die Band. Daher kann man das wohl schon jetzt nicht mehr als Hobby bezeichnen. Für uns ist ganz klar, dass es mit der Band so weit nach oben gehen soll, wie es irgendwie geht. Jeder von uns hat seine komplette Lebenssituation nur darauf eingestellt, dies zu ermöglichen. Dafür muss man einiges in Kauf nehmen, aber es lohnt sich! Unser Ziel sind ganz klar die großen Bühnen der Welt! Wenn man das nicht vor Augen hat, woher nimmt man dann die Kraft? Unsere Motivation speist sich aus einem Traum, der durch harte Arbeit Stück für Stück Wirklichkeit wird.

15.03.2017

"Irgendeiner wartet immer."

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