Lordi
Lordi

Interview

Es klingt schon ein wenig absurd: Eine Hard Rock Band in Monsterkostümen gewinnt beim beschaulichen Eurovision Song Contest. Die Finnen von Lordi aber machten dies am 20. Mai wahr und stürzten ihr Heimatland in kollektiven Jubeltaumel. Chef-Monster Lordi alias Tomi Putaansuu, nebenbei Vorsitzender des finnischen KISS-Fanclubs, nahm sich Zeit für ein kurzes Interview.

LordiMit welchem Monster würdest Du gern für einen Tag tauschen?

Das wäre Freddy Krüger. Irgendwie ist er ein lustiger Kerl und zufrieden mit dem, was er tut. Er kann die Realität in seiner eigenen Welt, in seiner Traumwelt, bändigen. Viele Leute denken, Monster haben einen schlechten Einfluss auf die Kinder. Ich kann jedoch für mich sagen, dass diese Kreaturen schon als ich klein war nie meine Feinde, sondern immer meine Freunde waren. Ich hatte nie Angst vor ihnen. Mittlerweile gibt es eine Menge Kinder, die Lordi-Fans sind und einige der Eltern sind besorgt, vergessen dabei aber ihre eigene Kindheit.

Eure Musik verhalf Euch zum Sieg beim Eurovision Song Contest. Erst gab es viele Anfeindungen und nach dem Sieg wurdet Ihr von vielen Menschen gefeiert – besonders in Eurer Heimat.

Ja, das ist wohl wahr! Zurück in Finnland spielte die ganze Nation verrückt. Jetzt sind wir dort so etwas wie Nationalhelden, aber vor dem Eurovision Song Contest war die Hälfte der Finnen gegen uns. Sie hatten Angast, unser Auftritt bringe Ihnen eine Menge schlechter Publicity. Die Menschen, die uns kannten, waren hauptsächlich Rock- oder Metal-Fans – das ist jetzt anders. In einigen Medien wurden wir sogar als Mainstream bezeichnet, was lustig ist, denn wir machen immer noch das gleiche wie vor dem Wettbewerb.

Als „bitterböse, satanistische Black Metal Band“ wurdet Ihr in manchen Medien bezeichnet. Hat Euch das geärgert oder zum Lachen gebracht?

Anfangs haben uns diese Berichte ziemlich verärgert. Wir haben versucht, diesen Menschen zu erklären, dass wir nichts mit Satanismus zu tun haben, mussten aber feststellen, dass es nichts bringt, weil sie nicht zuhören wollten. Irgendwann dachten wir uns: Gut, sie schreiben Geschichten – auf eine Art ist das Promotion für uns. Also halten wir die Klappe und lassen die Leute schreiben und denken, was sie wollen. Unser Drummer hat mir neulich erzählt, dass Lordi insgesamt 17 Bandmitglieder hätte, würden all diejenigen, die ohne Maske in Zeitungen abgedruckt und als unsere Bandmitglieder enttarnt wurden, wirklich dazu gehörten. Auch Musiker von Children Of Bodom würden dann bei Lordi spielen.

Hattet Ihr durch die Berichterstattung Probleme zum Beispiel im privaten Umfeld?

Ich habe Interviews von mir gelesen, die ich nie gegeben habe. Ich wurde in Berichten mit Sätzen zitiert, die ich nie gesagt habe. Als diese erfundenen Interviews und Geschichten aus Mitteleuropa von finnischen Medien übersetzt und gedruckt wurden, war das unangenehm. Erklär mal Deinen älteren Verwandten, die das glauben, was in der Zeitung steht, dass wir nicht den Teufel anbeten und nicht auf Folter-Sex stehen! Wir hatten dadurch einigen Ärger.

Wer sollte nächstes Jahr beim Eurovision Song Contest für Finnland antreten?

Vielleicht The Rasmus oder sogar HIM, aber ich wäre glaube ich für The 69 Eyes – die Jungs sind cool. Es gibt viele gute Rock und Metal Bands in Finnland und ich würde es lieben, eine von denen bei dem Wettbewerb zu sehen. Finnland ist bekannt für diese Musik – warum also nicht?!

Galerie mit 19 Bildern: Lordi - Rock am Härtsfeldsee 2017
02.10.2006

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