Ruhrpott Metal Meeting 2016

Konzertbericht

Billing: Ensiferum, Kataklysm, Unearth, Iced Earth, Bliksem, Sister, Blind Guardian, Saxon, Delirious und Legion Of The Damned
Konzert vom 02.12.2016 | Turbinenhalle, Oberhausen

Freitag, 02.12.2106

Jede Geschichte hat einen Anfang und diese beginnt auf einer langen Treppe: Wer beim diesjährigen RUHRPOTT METAL MEETING von Anfang an dabei sein will, muss wohl durch Wände gehen können. Die Tore der Oberhausener Turbinenhalle öffnen sich jedenfalls nur sehr zögerlich zur zweiten Ausgabe des winterlichen Hallenfestivals, sodass zum Start mit NAILED TO OBSCURITY die Mehrheit der Erschienenen unter freiem Himmel auf dem langen Aufgang vor dem Securitycheck ausharrt.

In kleinen Kohorten wird schließlich der Zugang zur Halle gewährt. In Anbetracht der Ereignisse der vergangenen Monate äußern sich viele Fans eher positiv über die gründlichen (und damit zeitintensiven) Sicherheitskontrollen am Eingang. Ein bisschen mehr Planung hätte dennoch nicht geschadet: Eine Fehlbeschilderung der unterschiedlichen Warteschlangen lotst Abendkassekunden falsch und warum die Vorhalle immer nur halb gefüllt wird, ehe die Türen erneut vor den fröstelnden Gästen auf der Vortreppe zufallen, leuchtet nicht wirklich ein.

Trotz des Unmuts, den einzelne Besucher hierüber sehr deutlich zum Ausdruck bringen, bleibt das Sicherheitspersonal tiefenentspannt, humorvoll und freundlich.

Wer es an den Kassenhäuschen vorbei geschafft hat, hat NAILED TO OBSCURITY und IZEGRIM vermutlich verpasst, darf sich dann aber auf einen wuchtigen Abend mit dem restlichen Lineup der diesjährigen HEADBANGERS BALL TOUR freuen. Und der Leser hat es schon geahnt: Meckern kann man hier – wenn überhaupt – dann nur auf hohem Niveau.

Die Stimmung wird für den Rest des Festivals irgendwo zwischen familiär und blendend sein, die geräumige Vorhalle lässt genug Platz, um gemütlich ein Bierchen zu zischen und dabei dank offener Türen ganz outdooresque zu frösteln. Dabei kommt durch die höhere Besucherzahl im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Stimmung während der Konzerte auf und auch 2016 nehmen sich zahlreiche Bands – allen voran BLIND GUARDIAN – Zeit für fan-nahe Autogrammstunden.

Galerie mit 4 Bildern: Autogrammstunden auf dem Ruhrpott Metal Meeting 2016

Zu UNEARTH versammelt sich bereits eine stattliche Menge vor der Bühne. Noch fliegen die Haare sehr verhalten, aber die Stimmung ist bereits heiter aufgeladen und wer schon 2015 beim RUHRPOTT METAL MEETING dabei war, merkt jetzt deutlich: Dieses Jahr ist es voller.

Galerie mit 4 Bildern: Unearth auf dem Ruhrpott Metal Meeting 2016

KATAKLYSM haben sich im Anschluss den Posten des Anheizers auf die Fahnen geschrieben und sich damit einem Selbstläufer verpflichtet. Mauricio Iacono stellt klar “I want to see bodies moving!” und erhält keinen Grund zur Beschwerde – kein Wunder bei Gassenhauern wie “As I Slither”, “Crippled And Broken” oder “Thy Serpent’s Tongue”. Die Setlist des klassischen Festivalauftritts bedient weniger die eingefleischten Fans, als die Massen und setzt damit einen spaßgeladenen Akzent in den Nachmittag.

Galerie mit 6 Bildern: Kataklysm auf dem Ruhrpott Metal Meeting 2016

ENSIFERUM haben es da im Anschluss etwas schwerer: Glasklarer Sound und voller Einsatz auf der Bühne lassen den Funken dennoch nicht so recht überspringen. Die inzwischen prall gefüllte Halle trotzt der Energie der Finnen mit stoischen Blicken und nur in den ersten Reihen kommt die Dynamik auf, die die Darbietung verdient hat.

Galerie mit 7 Bildern: Ensiferum auf dem Ruhrpott Metal Meeting 2016

ICED EARTH stehen schließlich vor einem berstend vollen Saal und versammeln mehrere Generationen in begeisterter Erwartung auf einen krachenden Abschluss des Abends. Neben mir freut sich ein Typ um die fuffzig wie ein kleines Kind und erklärt mir (selbstverständlich ungefragt), dass er ICED EARTH noch nie live gesehen habe und mit seinem 31-jährigen Sohn hier sei. Der stehe aber ganz vorne. Dahin verabschiedet sich alsbald auch mein Nachbar, auch wenn ICED EARTH ihm seinen Herzenswunsch, nämlich die Saga-Trilogie zu spielen, heute nicht erfüllen. Auch ein DEMONS & WIZARDS-Ständchen, auf das mancher Anhänger gehofft hatte, wird leider nicht geliefert. Stu Block, der vielen deutschen Fans heute zum ersten Mal live am Mikro der Formation gegenüber stehen dürfte, überzeugt mit Einsatz und großartiger Stimme. Dennoch erlebt der Pott die US-Amerikaner an diesem Abend eher lahm und durchschnittlich, was bald mit abnehmender Zuschauerzahl in der Halle abgestraft wird.

Galerie mit 12 Bildern: Iced Earth auf dem Ruhrpott Metal Meeting 2016

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09.01.2017

"forty-two"

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