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CD-Review

Coming Home

Artikel veröffentlicht am 19.06.2012 | 1404 mal gelesen

Dass Elektro-Samples und Metalcore nicht unbedingt ein Ohrenschmaus sind, haben mir unlängst THE BUNNY THE BEAR bewiesen. Entsprechend wenig begeistern konnte mich die Info, dass auch AN EVENING'S DAWN mit derlei Ideen ihre Songs aufzupeppen versuchen. Soweit zur Theorie, denn in der Praxis haben die Berliner herzlich wenig mit den Burschen aus Übersee gemeinsam, weshalb ich auch keine weiteren Vergleiche ziehen mag.

Dazu rücken AN EVENING'S DAWN nämlich den Metalcore zu deutlich in den Vordergrund und beschränken sich bei den Samples auf dezente Einschübe. Das funktioniert zeitweise sogar ganz gut, im Opener "I've Never Been Here In Winter Time" zum Beispiel, an anderer Stelle wird es dann aber auch leicht anstrengend ("Red Eye For Goodbye"). Aber ich will mich nicht zu sehr mit dem Nebenschauplatz aufhalten, denn den Hauptteil macht leidenschaftliche, wenngleich auch nicht sonderlich originelle Metalcore-Kost aus. Brachiale Breakdowns zählen hierbei ebenso zum Repertoire wie fetzige Moshparts und leicht poppige Refrains. Leider könnte gerade der Klargesang etwas mehr Emotion vertragen, dafür macht Fronter Danny Krout mit seiner recht tiefen Stimme beim Gebrüll eine umso bessere Figur und kann sich gar etwas von der Masse der Durchschnitts-Shouter abheben.

Viel mehr gibt es dannüber die "Coming Home"-EP  auch nicht zu berichten. Denn mit wirklich spektakulären neuen Ideen können auch AN EVENING'S DAWN nicht punkten, dafür aber mit ein paar wirklich tighten Nummern wie das schon angesprochenen "I'v Never Been Here In Winter Time" oder auch "Almighty Us", das in seinem brachialen Mittelpart einen Hinweis auf die schweißtreibende Live-Energie der Songs gibt. Leider kann das nicht durchgehend transportiert werden und bei allem Respekt für die ziemlich fette, in Eigenregie entstandene Produktion können auch AN EVENINGS DAWN nicht mit wirklich neuen Ideen aufwarten und das ist bei dem inzwischen schon qualitativ sehr hochwertigen Durchschnitt leider zu wenig, um groß aus der Masse hervorzustechen. Vielleicht klappt's doch mit etwas mehr Mut zu Experimenten ... .


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