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CD-Review

Will, Love, Life

Artikel veröffentlicht am 26.02.2013 | 2373 mal gelesen

Ich werde das Gefühl nicht los, dass es französische Bands besonders schwer haben, die Aufmerksamkeit des hiesigen Publikums zu erlangen – GOJIRA jetzt mal ausgeklammert. Schwerer zumindest als Bands aus Deutschland oder den Staaten allgemein, aber derlei Fragen sollen uns gar nicht weiter beschäftigen. AS THEY BURN aus Paris sind schon seit einiger Zeit unterwegs und konnten bislang lediglich geringfügig überzeugen. Ihr neues Album "Will, Love, Life" ist aber zumindest mit das Beste, was ich seit Jahren aus dem Victory Records-Stall zu hören bekam. Okay, das ist kein Gradmesser...

Aber dennoch ein Fingerzeig. AS THE BURN machen auf ihrem zweiten Album vieles richtig und haben nur zwei entschiedene Schwächen. Zum einen ist das äußerst standardisierte Grundgerüste aus Metalcore (Breakdowns olé!) doch recht schlicht gehalten und zum anderen fehlt es etwas an Ausreißern nach oben. Die Stärken liegen aber ebenso klar auf der Hand. Die Pariser legen nämlich, abgesehen von dem Fundament, viel Wert auf Abwechslung. Das fängt bei den Vocals an (Growls, Screams, Gesang, Spoken Vocals – die ganze Palette eben) und bahnt sich seinen Weg von oben nach unten auch zu den Instrumenten. Das etwas vertracktere Riffing wirkt mitunter zwar leicht anstrengend, dafür sorgen die häufig unterschwellig in den Vordergrund wabernden Synthies für stimmungsvolle Momente. Im Gegensatz zum derzeitigen Trend, Metalcore mit Dorffest-Techno zu kreuzen, mal eine wirklich gelungene Variante davon, Elektro-Spielereien in den brachialen Gesamtsound zu integrieren. Wie bereits gesagt, fehlt es "Will, Love, Life" etwas an wirklichen Killersongs, und hängen bleibt am Ende nur das starke Abschlussstück "Sons Of Shiva", das zu Beginn etwas vertrackter ist, sich aber schnell zum Ohrwurm mit einem dramatischen Mittelteil entwickelt. Auch die beiden düsteren "Frozen Vision"-Teile sind wirklich starke Nummern, die in schleppendem Tempo aufzeigen, wie es sogar ohne Breakdowns gehen kann.

In AS THEY BURN schlummert schier unendliches Potenzial, das sie immer wieder aufblitzen lassen, aber noch nicht ausschöpfen. Legen sie in Zukunft noch eine Schippe mehr drauf und verfeinern das Grundfundament noch etwas, könnten die Pariser zu einem wirklich fantastischen Act werden, der die Core-Welt zwar nicht erschüttern, aber mit einer bitter nötigen frischen Brise überraschen kann. "Will, Love, Life" wirkt im Gesamtbild aber doch etwas gebremst, unscheinbar und von Kleinigkeiten unnötig herabgezogen. Das heißt aber noch lange nicht, dass es schlecht ist. AS THEY BURN sind eben wirklich gut, nur die Erwartungen, die das Album weckt, sind noch höher...


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sylverblack
melden sylverblack | 02.03.2013 | 14:53 Uhr

Klingt für mich nach dem Hören des vom Label auf YT bereit gestellten Tracks "Freaks" eher nach einer Mélange aus Groove Metal (vgl. DROID) und modernem Death. Von Core keine Spur.