Bitte loggen Sie sich ein um einen Kommentar verfassen zu können.

Amazon-Empfehlung
Metal.de auf Facebook
Ähnliche Artikel
haben für ihr neues Album das Beste aus allen Körperöffnungen herausholen lassen news

Aborted

Am 28. April veröffentlichen Century Media das neue, von Produzent Jacob Hansen gewohnt...
CD-Review

Apophenia: Type I Error

Artikel veröffentlicht am 22.08.2012 | 1266 mal gelesen

Achtung, Metal für Neurologen! Erinnert sich noch jemand an den Film "Das Mercury Puzzle"? Dort erkannte ein kleiner Junge in einem Wirrwarr aus scheinbar willkürlich zusammengewürfelten Symbolen einen geheimen Code. Muster oder Bedeutungen in solch offenbar sinnlosen oder zufälligen Daten/Erscheinungen zu entdecken, wird als 'apophenia', zu Dt. 'Apophänie' bezeichnet. Diesem Phänomen liegen viele neurologische Funktionen zugrunde, die u.a. dafür sorgen, dass wir in einem Doppelpunkt kombiniert mit einer Klammer ein lachendes Gesicht erkennen, oder in Wolkengebilden plötzlich eindeutige Figuren "sehen". Die dunkle Kehrseite: paranoide Wahrnehmungen. Also nicht, wie der kleine Junge im Film, etwas sehen bzw. entschlüsseln, was wirklich da ist, sondern was nie existiert hat. Darunter fallen die Verschwörungstheorien um die Zahl 23, Mariengesichter auf Toastscheiben... oder Bielefeld ;)

Die Spanier DOPPLER haben sich dieses interessante Thema zum Konzept ihres Debütalbums gemacht. Komplexe Theorien, so will man meinen, erfordern komplexe Herangehensweisen, und so verwundert es nicht, dass sich die Band einer technisch angehauchten, progressiven Spielart des Metals verschrieben hat. DOPPLER bringen gewohnte Zutaten mit, u.a. polyrhythmische Strukturen, mechanische Stakkatoriffs und darüber hinaus eine sehr kalte, futuristische Atmosphäre, wie sie schon vom Albumcover eingeleitet und in den Songs durch elektronische Spielereien, Synthesizer-Elementen und Ambient-Flächensounds untermalt wird.
Es überwiegt der moderne Stil, der mit Industrial und auch Death Metal liebäugelt; vom anvisierten Chaos des Math Metal oder auch den als 'Djent' bekannten, typischen Gitarrenspieleren und -riffs hört man dagegen so gut wie nichts. Und auch was die progressive Seite ihrer Kompositionen angeht, bleiben DOPPLER doch über die gesamte Distanz relativ geradlinig und direkt.

Durch die Produktion vom erfahrenen Jacob Hansen knallt das Album erwartungsgemäß wuchtig und akzentuiert durch die Boxen, aber unterm Strich gelingen DOPPLER hier keine Überraschungen. Mag das Konzept tatsächlich ein spannendes Thema sein, so sind DOPPLER in jeder Minute musikalisch vorhersehbar und bleiben so auch ohne einen einzigen, wirklich hervorstechenden Song. Kann man sich anhören, ist handwerklich sehr gut gemacht, aber ist nur für die Hörer reizvoll, die auch noch das x-te Album dieser Machart in ihrem Regal haben müssen.


Kommentare




Noch 1000 Zeichen verfügbar





neuen Code erzeugen
Bitte gib den Bestätigungs-
code ein um den Kommentar
zu bestätigen: