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Vanir - Onwards Into Battle

Vanir

"Onwards Into Battle"
CD-Review, 1477 mal gelesen, 12.09.2012 Wertung 06/10

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CD-Review

Saerimners Kod

Artikel veröffentlicht am 18.03.2011 | 2966 mal gelesen

Vor einigen Jahren habe ich Pagan, Folk und Viking Metal wirklich gern gehört. MOONSORROWs Scheiben rotierten fast täglich in meinem Player, ein wenig FINNTROLL, gern auch mal ENSIFERUM, selten konnte ich mich sogar mit KORPIKLAANI (bis “Tales Along This Road”) und EQUILIBRIUM (“Turis Fratyr”) anfreunden. Dann jedoch wurde dieses Genre plötzlich zur Modeerscheinung, tausende Teenies bewaffneten sich mit Plastikäxten, Kettenhemden und Fellen, der festen Überzeugung, ganz groß rauskommen zu können und überfluteten den Markt mit unzähligen Eigenproduktionen mit dümmlichen Covern, jeder Menge Flöten, Keyboards und Akkordeons – eine schlechter als die andere. Das hat mir die Suppe kräftig versalzen. Dann jedoch ebbte diese Flut immer weiter ab, offenbar hatte sich endlich rumgesprochen, dass es keine zweiten (und dritten, vierten, fünften,...) EQUILIBRIUM braucht. Und langsam habe ich mich wieder an die ein oder andere Veröffentlichung dieses Genres heran gewagt, guter Hoffnung, dass es doch mal wieder ein paar anständige, ausgereifte neue Platten geben könnte.

Und ich wagte mich an VANIR, eine junge Band (so weit, so gut...) mit Kettenhemden und Fellen (tragen MOONSORROW auch, also gerade noch akzeptabel), einem Album mit einem verdammt dümmlichen Cover (ich werde skeptisch...) und jeder Menge Keyboards und Flöten... ACH VERFLUCHT! Doch da ich guter Hoffnung bin, traue ich es den jungen Dänen trotz Bedienung aller Klischees natürlich trotzdem zu, gute Musik zu schreiben. Und die ersten 20 Sekunden des Albums, ein akustisches Intro, können mich auch wirklich überzeugen, dann jedoch bewahrheiten sich meine schlimmsten Befürchtungen. Nicht nur, dass die Band auch musikalisch und vor allem textlich restlos alle Klischees bedient, sie klaut sich auch noch offenkundig das komplette Album bei sämtlichen Genre-Größen zusammen. Gleich der erste Titel “Gildet” wird fast vollständig von FINNTROLL übernommen und mit KORPIKLAANI-Vocals gespickt. Im Laufe des Albums gibt es noch ein paar Riffs und Melodien von FINSTERFORST zu hören (die wohl bemerkt schon selbst heftig bei FINNTROLL geklaut haben), ab und an lassen auch frühe ELUVEITIE und diverse Mittelalter-Kapellen grüßen. Zu allem Überfluss ist die komplette Platte übrigens mit Kneipen- oder Schlachtensamples im Wechsel unterlegt. Ich glaube, dazu muss ich nun wirklich nichts mehr sagen.

Vier Punkte gibt’s für ein handwerklich fehlerfreies und nett produziertes Album, das ansonsten leider gar nichts zu bieten hat. Für die dreiste Klauerei und das vollständige Fehlen irgendeiner eigenen Idee gibt’s allerdings noch einen Punkt Abzug.


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melden Sigurd (unregistriert) | 22.11.2012 | 14:06 Uhr

Hab Vanir gerade entdeckt und fand diesen Artikel. Interessante Ansichten die ich bis jetzt nicht beurteilen kann, aber ich verstehe was dich so aufregt. Danke fürs schreiben.