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Interviews der Band
Adai
Interview mit Justin Trujillo
2514 mal gelesen, 05.12.2010

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CD-Review

We Are All Dead

Artikel veröffentlicht am 20.11.2010 | 3460 mal gelesen

Eine ganz besondere Band sind ADAI aus Denver, benannt nach einem ausgestorbenen nordamerikanischen Indianerstamm. Die Besetzung als Duo ist schon einmal ungewöhnlich, beschlossen doch Devin Mendoza und Justin Trujillo einst, nach dem Ausstieg der anderen Mitglieder einfach zu zweit weiterzumachen. Und noch etwas ist interessant: Das vorliegende Debütalbum "We Are All Dead" stellt im Grunde nichts anderes als ein Zusammenschluss der EPs "... I Carry" von 2007 und "Felo De Se" aus dem Jahr 2009 auf einem einzigen Tonträger dar. Doch wie klingen ADAI?

"We Are All Dead" ist ein wahrgewordener, ungeschliffen apokalyptischer Post-Rock/Metal-Sludge-Traum. Meterhohe Schallwände von Gitarren, verdammt heavy und höllisch laut, alles niederwalzend, so dass man niemals glauben würde, hier lärmen nur zwei Brüder im Geiste. Meist sind die Gitarren verzerrt lärmend, nur hier und da gibt es ruhigere, betörend cleane Momente. Weitestgehend bewegen sich ADAI mit wuchtigem Schlagzeugspiel im Midtempo treibend oder auch schleppend langsam, dabei auch größtenteils rein instrumental. Die Wand aus Riffs und unerbittlichen, traurigen Melodien entfalten eine hypnotische Wirkung, eine intensive Atmosphäre und wehmütige Stimmung in den ausgedehnten, düsteren Stücken. Die selten eingesetzten, dunkel-fauchenden Growls setzen kleine aggressiv-wütende bis verzweifelt wirkende Punkte. "We Are All Dead" ist hochemotional, äußerst intensiv und zu einem gewissen Grad innovativ. Eine Nähe zu ISIS, CAVE IN, NEUROSIS, PELICAN oder auch CULT OF LUNA kann aber nicht verleugnet werden, die wütenden ADAI definieren das Genre eben nicht neu. Der warme Sound, wahrscheinlich wurde mit analogem Equipment gearbeitet, vermute ich mal, passt hervorragend zu den Stücken. Übrigens wurden die ersten fünf Songs von Kurt Ballou (CONVERGE, CAVE IN, TORCHE) produziert, während die letzten fünf Stücke von Matt Talbott (HUM) veredelt wurden.

Kraftvoll mitreißende, intensive Klanglandschaften mit dem gewissen Etwas! Ein rohes, kompromissloses Stück Brachial-Kunst.


Kommentare
Kommentar schreiben Leserwertung: Wertung 07/10




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Sickman
melden Wertung 07/10 Sickman | 13.12.2010 | 01:00 Uhr

Ziemlich "Sludgy" die Burschen (krieg ich auf dieses Unwort jetzt das Patent?). Insgesamt recht ansprechend, wobei ich lieber ein neues Album gehört hätte als einfach nur nochmal beide EPs zusammen auf einem Tonträger...