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CD-Review

The Plot Against Common Sense

Artikel veröffentlicht am 10.07.2012 | 960 mal gelesen

Der Titel des dritten Studioalbums von FUTURE OF THE LEFT, "The Plot Against Common Sense", ist wortwörtlich zu verstehen. Was die vier Herren aus Wales hier vor die Hörer klatschen, würde ich als dadaistischen Noise-Rock mit deutlicher Punk-Schlagseite bezeichnen. Selten kriegt man Schwachsinn und Genialität in dieser Mischung zu hören: Das Material schwankt zwischen mitreißend und unerträglich, die Produktion knallt wuchtig aus den Boxen und das Material atmet Rotzigkeit und Bestimmtheit, ohne an Niveau und Haltung zu verlieren.

Lieder wie "Robocop 4 - Fuck Off Robocop" sind als Aushängeschild ideal, denn dieses hart an der Grenze angesiedelte Stück Krawall hämmert einem mit zerstückelten Gitarren und und boshafter Teffsicherheit auf die Trommelfelle. Der röhrende, hektische Gesang übermittelt Texte, die man entweder zum Brüllen finden oder als Dünnpfiff beschimpfen kann. Jedem ganz so, wie er will. Ich für meinen Teil kann Zeilen wie "Pirates of the Caribbean 47/ Johnny Depp stars as the robot pirate who loses his wife in a game of poker/ and tries to win her back with hilarious consequences/ At least Harry Potter has a proper story in the sense that the characters crave an ending/ If only to release poor Billy Corgan from his role as the titular character's nemesis" auf unerfindliche Weise etwas abgewinnen. Die Musik verlangt Herz und Hirn schon ein hohes Maß an Robustheit ab, aber wer sich darauf einlässt, kann sich auf eine Achterbahnfahrt durch schwindelerregende Höhen und ausgeklügelten Schwachsinn gefasst machen.

Man darf bei allem Unfug, den FUTURE OF THE LEFT hier treiben, nicht verschweigen, wie gekonnt die Band zum Teil Indie-Einflüsse, Blues Rhythmik und exotische Harmonien einfließen lässt. Das Quartett musiziert bei all seinem Schalk und seiner sichtlichen Freude, die Hörer vor den Kopf zu stoßen, auf einem oftmals beachtlichen Niveau. Im großen Ganzen lässt sich konstatieren, dass "The Plot Against Common Sense" garantiert kein Album für die Allgemeinheit ist, sondern vielmehr ein Album für Abenteurer und musikalische Herumtreiber, die es sich mal so richtig geben möchten. Hut ab vor einem Album, das zwar arg anstrengend ist, aber gerade durch diese Skrupellosigkeit bestechen kann.


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