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CD-Review

~Sea Of Disorder~

Artikel veröffentlicht am 29.12.2012 | 3437 mal gelesen

Quizfrage: Woran kann man erkennen, dass Post-Rock nach Metalcore das nächste große Ding in der Rock- und Metalszene ist?
Richtig: Nicht nur an der (gefühlt) immer weiter ansteigenden Anzahl an Post-Rock-Platten, die bei uns zur Rezension erreichen, sondern auch an solchen Tatsachen, wie dass das junge, österreichische Post-Rock-Duo ~SEA OF DISORDER~ sich vor ein paar Tagen in unserem Weihnachts-Bandcontest gegen einige (qualitativ gar nicht so schlechte) Metalcore-Bands durchsetzen und das Promopaket von Metal Promotions gewinnen konnte.

Dabei spielen ~SEA OF DISORDER~ nicht einmal wirklich reinen Post-Rock: Die ganze, in Eigenproduktion entstandene Debüt-EP über herrscht ein sehr experimentelles Flair, ein guter Ambient-Anteil ist nicht auszuklammern, und auch der Doom guckt immer wieder vorbei, Gesang gibt es sowieso nur, wenn sich ein Gastsänger dazugesellt (auf dieser EP wäre das übrigens Loïc Rossetti, der seit 2009 das Mikro bei THE OCEAN bedient, und der die beiden Songs "Chapter II" und "Chapter III" mit seiner Stimme veredelt hat).

Nein, zu Unrecht haben sie den Bandcontest nicht gewonnen - die "~Sea Of Disorder~"-EP kann über die volle Spielzeit von einer knappen halben Stunde überzeugen, angefangen bei dem ambientlastig beginnenden, dann mit genretypischen Akustikgitarren auftrumpfenden und sich langsam immer weiter zur Pointe steigernden "Chapter I - Frozen Tide"; über das reine Ambient-Stück "Wor/Ship" (das ursprünglich das Intro von "Chapter II" sein sollte, aber aus Gründen der Dynamik davon getrennt wurde); weiter mit dem kurzen, aber gerade deshalb knackigen und (trotz des Titels, den ich in Gänze nicht in den Reviewtext selbst packen möchte - bitte aus der Tracklist unten entnehmen) noch pointierter wirkenden "Chapter II"; bis hin zum 13-Minuten-Epos "Chapter III - Reinvigoration / Thalassophobia", der überraschend schnell zur Sache kommt, sich dann aber wieder zurücknimmt, nur um sich gegen Ende zum absoluten emotionalen Höhepunkt der Platte zu steigern: ~SEA OF DISORDER~ bieten ein Werk, das dynamisch as fuck ist, das immer bestens pointiert wirkt und das vor allem nicht zu verkopft ist, sondern auch die emotionale Tiefe birgt, die für so eine Platte wichtig ist.

Ergo: Verdient gewonnen, jetzt gilt es, bei dem, was da noch kommen mag, das hohe Niveau zu halten, damit das Promopaket gut aufgehoben ist. Aber auch diese Debüt-EP sollten Post-Rock-Fans, die kein Problem mit Experimenten haben, mal antesten - zum Beispiel für fünfeinhalb Ocken über die Bandcamp-Seite der Band.


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melden Johannes (unregistriert) | 14.06.2013 | 00:13 Uhr

Amazing! Pure Emotions!