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CD-Review

King Of Number 33

Artikel veröffentlicht am 04.03.2012 | 1506 mal gelesen

Feelgood-Prog-Rock vom Feinsten! Auch wenn ich vergleichbare Scheiben in den letzten Monaten eigentlich bereits zur Genüge hören durfte, komme ich nicht umhin, mich beim Hören von "King Of Number 33" mit einem seligen Lächeln auf dem Sofa zurückzulehnen, in die progressiven Klangwelten einzutauchen, die Seele baumeln zu lassen und einfach zu genießen. Dabei machen DEEEXPUS gar nicht soviel anders als andere Prog-Bands, es ist vor allem die konsequente und technisch starke Umsetzung der musikalischen Ideen, die begeistert.

DEEEXPUS sind das geistige Kind von Andy Ditchfield, der als Gitarrist, Sänger und Keyboarder nicht nur das komplette Songwriting, sondern auch die keine Wünsche offen lassende Produktion alleine gestemmt hat. Dabei dürfte auch Keyboarder Mark Kelly (MARILLION) einen wichtigen Einfluss auf das Gelingen des Albums gehabt haben, immerhin ist es sein brilliantes und vielschichtiges Spiel, dass immer wieder ohrenfällig wird. Bereits "Maybe September", das sich mit fortschreitender Spieldauer von einer gefühlvollen Piano-Ballade zum abgefrickelten Saiten/Tasten-Duell von DREAM-THEATER-Format wandelt, zeigt mehr Facetten anspruchsvollen Keyboardspiels als die meisten anderen Bands in ihrer gesamten musikalischen Karriere.

Ihre moderne Seite präsentieren DEEEXPUS im flotten Opener "Me And My Downfall" und dem mit Spieluhr- und Electro-Effekten kokettierenden quasi-Instrumental "Marty And The Magic Moose", dessen Titel und gesprochener Einleitungstext an ein typisches Kindermärchen gemahnen. Herzstück von "King Of Number 33" ist jedoch der in sechs Teile gegliederte Titeltrack, der als 27-Minuten-Epos die Geschichte vom Niedergang eines Exzentrikers beschreibt und dabei ein breites Spektrum menschlicher Absonderlichkeiten zelebriert. Prog-typisch fahren DEEEXPUS hier alle Facetten ihres Könnens auf und bauen einen tragfähigen Spannungsbogen auf, der keinen Platz für Langeweile bietet.

Sicherlich gibt es technisch stärkere Alben und wer nach dem gewissen Quäntchen kompositorischer Genialität sucht, ist bei DREAM THEATER oder auch BEARDFISH besser aufgehoben. Das ändert aber nichts daran, dass DEEEXPUS mit ihrem zweiten Album eine absolut runde Scheibe abgeliefert haben, die von der ersten bis zur letzten Note wohlige Wärme verströmt und alle bösen Zungen lügen straft, die Prog für verkopft, gefühlsarm und mehr auf technische Kabinettstückchen als auf das richtige Bauchgefühl bedacht halten.


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