The Way Of All Flesh
Artikel veröffentlicht am 15.10.2008 | 6189 mal gelesen Geschwindigkeit, Aggressivität, Eingängigkeit… Man könnte die Liste an stilistischen Merkmalen bis hin ins Unendliche fortsetzen. Objektiv betrachtet zusammenhangslos haben sie tief im Inneren doch die eine Gemeinsamkeit, dass sie sich alle unter dem Banner des modernen Heavy Metals befinden. Dabei wird besonders am zuerst und am zuletzt genannten kaum noch gespart. Das Ergebnis ist ein überlaufenes Genre, das (zurecht) ebenso viele Kritiker wie Liebhaber vorweisen kann und das es mitunter durchaus schwer gestaltet, wirklich guten Metal aus der Masse hervorzuheben. Glücklicherweise gibt es noch die oft zitierten Ausnahmen, die sich fernab von kollektiv betriebenem Schubladendenken bewegen.Musik, in der es nicht darum geht, die Halbwertszeit der Instrumente zu testen. Musik, die nicht auf das eine Merkmal der Geschwindigkeit getrimmt ist. Texte, deren Charakter nicht sofort für jeden zu erschließen ist, die aber über einen Tiefgang verfügen, der zur mehrstündigen Auseinandersetzung anregt.
Das sind GOJIRA im Jahre 2008. Oder anders gesagt: Das ist "The Way Of All Flesh", wobei der Albumtitel Programm ist. Einen besseren Titel hätten die Franzosen gar nicht finden können, um ihren musikalischen Ausdruck zu umschreiben bzw. ihm ein Gesicht oder einfach nur einen Namen zu geben. Der beschriebene Weg zeigt sich dabei in höchstem Maße abwechslungsreich. Entgegen der eingangs beschriebenen Moderne zum einen getragen und melodiös, wobei Melodie hier nicht als etwas direkt Greifbares zu verstehen ist, sondern viel mehr wie eine Frucht, die man zuerst aus ihrer Schale befreien muss, um deren wahren Geschmack kosten zu können. Zum anderen mit einer Aggressivität, die so perfekt in ein atmosphärisches Klanggewand gehüllt wurde, dass es schon ein paar Hördurchläufe braucht, sie zu erfassen, sie überhaupt zu erkennen. Allerdings sind auch das nur Facetten, die man so nicht alleine stehen lassen kann, will man dem Phänomen GOJIRA gerecht werden. Es ist der einzigartige Stil, diese in einen Zusammenhang zu bringen. Mit einem musikalischen Begriff als Breaks betituliert müsste man sie im Kontext schon fast eher als Verbindungen ansehen. Verbindungen, die keinen Anfang und kein Ende haben. Flüssige, aus dem Liedkontext nicht wegzudenkende Verbindungen. Mal offensichtlich, mal zeigen sie sich sehr progressiv. Alleine die Tatsache, dass es auch hier wieder zwei Komponenten gibt, zeigt, wie professionell und vor allem mit welcher Energie GOJIRA zu Werke gehen. Man kann förmlich spüren, wie sie sich durch die Schallwellen manifestiert und dem Hörer ein einzigartiges Hörerlebnis ermöglicht. Es scheint, als hätten die Brüder Duplantier eine unerschöpfliche Energiequelle gefunden, für deren Entdeckung wir ihnen einfach nur dankbar sein können. Dankbar auch dafür, dass es noch Bands gibt, die es sich lohnt zu entdecken, sich mit ihnen zu beschäftigen.
Natürlich wird damit noch lange kein Konsens zwischen Liebhabern und Kritikern geschlossen. Wobei man sich durchaus mit der Frage auseinander setzen könnte, ob dies gewollt und überhaupt wünschenswert ist. Die eine Seite – und vielleicht auch große Teile der anderen – wird "The Way Of All Flesh" an dessen Ende so honorieren, wie man es als Mensch mit all den einzigartigen Besonderheiten macht und auch schon immer getan hat. Dieses Album hat das Zeug zum absoluten Klassiker!
- Autor












Puh, also hier haben sich GOJIRA wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Gefühllos und angepasst klingt das Album, schön trocken und dem Trend gemäß einheitlich "sauber" produziert. Es wird kein Raum zur Interpretation...
Sickman ignoriert man an der Stelle einfach mal, was Produktionen angeht, lebt er immernoch in den 80ern, wie mir scheint. Ein Meisterwerk, ja, das ist es wahrlich, dieses Album hier. Große Klasse, aber das intro von "The Art Of...
Mitnichten! Es gibt viele geile moderne Produktionen, die wunderbar passen, weil sie trotzdem individuell klingen. Eine Produktion muss aber zu einer Band und deren Musik passen, und wenn durch eine "angepasste" Produktion (und angepasstes...
Wer hat eigentlich diesen Quatsch mit dem 80er-Spruch erfunden, wenn es um Kritik an einer Produktion geht? FMTS war auch modern produziert, aber hatte eben ein Eigenleben, diese gewisse atmosphärische Dichte - das Album war zudem schön...
Die Erwartungen an ihr viertes Album waren hoch, doch "The Way Of All Flesh" enttäuscht. Und zwar auf ganzer Linie. "Oroborus" ist noch ein einigermaßen mächtiger Opener und darauf folgende "Toxic Garbage...
Zugegebenermaßen bin ich wie ein Kleiner vor dem Weihnachtsbaum aufgeregt hin und her gerannt und konnte die Veröffentlichung des neuen GOJIRA Albums kaum erwarten. Nachdem ich nach mehrmaligen Probehören bei Myspace das gute...
Lange habe ich auf das Album gewartet und zugegebenermaßen war ich beim ersten Mal anhören sehr skeptisch was das Album angeht. Wenn ich mir eine neue CD zu gemüte führe, können drei mögliche Szenarien eintreten:...
Noch nicht soooo häufig gehört, aber warum das neue besser sein soll als "From Mars to Sirius" erschließt sich mir nicht. Und vor allem nicht: Massentauglicher. Find den Vorgänger wesentlich eingängiger,...
Ich meinte im ersten SAtz natürlich: Warum das SCHLECHTER sein soll als From Mars... versteh ich nich
Gojira präsentieren mit "The Way Of All Flesh" ein Hammer-Album, das nicht nur ihre Vorgängeralben, sondern alle in diesem Genre spielenden Bands in den Schatten stellt. An Intensität kaum zu übertreffen, ballern Gojira...
"The Way Of All Flesh" kommt UM LÄNGEN nicht an "Terra Incognita" und vor allem das Überalbum "From Mars To Sirius" heran. Hier wurde im Grunde schon alles gesagt: Kaum Emotionen, eine glattgebügelte Produktion, Songs, die den Eindruck machen, mal...