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CD-Review

The Dreamer's Hideaway

Artikel veröffentlicht am 04.10.2012 | 3536 mal gelesen

Etwas über zwei Jahre ist es her, dass die französischen Progressive-Metaller KLONE mit "Black Days" gehörig Staub aufwirbelten. Während viele meiner Kollegen damals ausgiebig (und manchmal auch ausschließlich) den Vergleich mit TOOL bemühten, habe ich die Platte seinerzeit viel stärker als eine eigenständige und innovative musikalische Leistung wahrgenommen. Sänger Yann Ligner kann im Endeffekt ja auch wenig dafür, dass seine Stimme so klingt wie sie klingt - und er dazu auch noch mehr als passabel damit umgehen kann. Und welche Progressive-Band dieses Jahrtausends ist eigentlich nicht von TOOL beeinflusst?

Hin oder her: Mir stellte sich vor dem ersten Durchlauf der neuen Scheibe "The Dreamer's Hideaway" die Frage, ob die fünf Mannen aus dem westfranzösischen Städtchen Poiters das beeindruckende Niveau des Vorgängers halten können. Die Antwort fällt deutlich aus: Ja, können sie.

Es beginnt bei der sehr gelungenen Abmischung von "The Dreamer's Hideaway". Der Sound, für den Franck Hueso (HACRIDE, DEATHSPELL OMEGA) verantwortlich zeichnet, genügt höchsten Ansprüchen: auf der einen Seite klingt die Platte transparent und direkt, gleichzeitig aber auch organisch und natürlich. Auf dieser Grundlage kann beispielsweise das ausgefeilte Spiel von Drummer Florent Marcadet vollends zur Entfaltung kommen. Der Mann muss meiner Meinung nach mittlerweile sowieso in einer Reihe mit Schlagzeugern wie Dirk Verbeuren (SOILWORK), Brann Dailor (MASTODON) oder Tomas Haake (MESHUGGAH) genannt werden. Denn auch auf "The Dreamer's Hideaway" legt Marcadet erneut eine absolute Sahneleistung an den Tag.

"Rocket Smoke" eröffnet die Platte in KLONE-typischer Manier: zu einem sehr griffigen Drum-Beat gesellt sich das treibende Strophenriff und der charakteristische Gesang von Ligner – immer wieder durchbrochen von dezent-progressiver Riffarbeit. Nachdem man sich anfangs eine Zeit lang im Strophe-Refrain-Schema bewegt, folgt schließlich ein längerer Zwischenteil, bei dem die Franzosen dann ihr ausgeprägtes Gespür für stimmungsvolle, experimentelle Klänge beweisen. Insgesamt hinterlässt der Opener wirklich einen starken Eindruck. Danach geht es beim Titeltrack etwas schleppender zu Werke, vor allem der feinfühlig intonierte Strophenteil weiß hier mit einer sehr coolen Bassline zu gefallen. Der Schlusspart des Songs wiederum ist deutlich melodischer, hier bieten KLONE wirklich ganz großen Sport.

Das (in diesem Fall wirklich) stark mit TOOL-Schlagseite versehene "Into The Void" kann danach ebenso überzeugen wie die packenden Melodien in "Siren's Song". Das stampfende "Corridors" und die phasenweise clever-vertrackte Midtempo-Nummer "Rising" im Anschluss wissen ebenfalls zu gefallen. Das knapp zweiminütige Interlude "Stratum" läutet dann allerdings eine kleine Schwächephase der Platte ein, denn "Walking On Clouds" ist zwar an sich kein schlechter Song, wirkt aber ein wenig kraftlos und kann seine sieben Minuten Spielzeit nicht ganz rechtfertigen. Das teils sehr dynamische "The Worst Is Over" rückt die Verhältnisse dann allerdings sehr schnell wieder zu recht und sorgt dafür, dass die Platte gegen Ende immer noch überzeugen kann – wenngleich das abschließende "At The End Of The Bridge" ein, zwei Durchläufe mehr benötigt und erst dann seine Klasse offenbart.

KLONE haben mit "The Dreamer's Hideaway" einen starken Nachfolger für "Black Days" vorgelegt, welcher die typischen Trademarks der Franzosen nach wie vor in den Vordergrund stellt, aber auch Raum für viele neue Ideen bietet. Vor allem Saxophonist und Synthie-Mann Matthieu Metzger agiert noch überlegter und ausgefallener als auf dem Vorgänger-Album, ein Lob muss man auch für das bereits angesprochene Drumming und die sehr überzeugende Gesangsleistung des Frontmanns aussprechen. Was das musikalische Potenzial angeht, agieren KLONE definitiv auf Augenhöhe mit den Speerspitzen des Genres - in deren Windschatten die Franzosen weiter fleißig am eigenen Denkmal werkeln.


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Maronesque
melden Wertung 08/10 Maronesque | 25.11.2012 | 18:22 Uhr

Eine gelungene Adaption und Neuinterpretation des TOOL'schen Progs. Wirkt in Anbetracht der vom Rezensenten angesprochenen TOOL-Klone (Wortspiel!! *haha*) ein wenig wie schon mal gehört, der ruppige Sound wirkt hingegen wie ein erfrischender Schlag...