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CD-Review

Februus

Artikel veröffentlicht am 31.10.2011 | 3644 mal gelesen

Es lässt sich in schöner Regelmäßigkeit vorhersagen: Sobald sich ein Subgenre - vielleicht sogar ein ganz neues - einem kritischen Maß an Beliebtheit erfreut, kommen mittelmäßige Vertreter ebendieses Subgenres wie die Ratten aus ihren Löchern. Das ließ sich sehr schön am Norsecore oder am Gothic Metal beobachten.

In diesem Fall geht es jedoch um Djent, das eine onomatopoetische Beschreibung abgedämpfter ("palm muted") Gitarren ist und dessen Vorreiter die schrägen Schweden von MESHUGGAH sind. Die wiederum sind schon ein ganzes Weilchen aktiv, konnten nach "Destroy Erase Improve" nicht immer das vorgelegte Qualitätsniveau halten, haben mit "obZen" aber zu alter Stärke zurückgefunden. So oder so haben MESHUGGAH viele Bands wie zum Beispiel die Dänen von MNEMIC inspiriert, die ihrerseits dazu beitragen konnten, Djent einer breiteren Masse näherzubringen.

Und nun kommt mit UNEVEN STRUCTURE ein Haufen Franzosen um die Ecke und beweist eindrucksarm, dass es eben auch im Djent nur eine Frage der Zeit war, bis der Durchschnitt auftaucht.

Es gibt auch wirklich nicht viel zu den 56 Minuten von "Februus" zu sagen. Gut, das Cover ist ganz schick. Die Musik dagegen ist unglaublich... ja, durchschnittlich. Natürlich können die fünf Musiker ihre Instrumente spielen, natürlich kann Sänger Matthieu Romarin singen - aber das, was letztendlich dabei herauskommt, enthält keinerlei emotional mitreißende Momente, keinerlei polyrhythmischen Wahnsinn (zumindest keinen, den man nicht schon bei mindestens drei anderen Bands gehört hat), keine authentische Atmosphäre.

So plätschern die neun Songs plus Interludium ("Limbo" - dort bzw. im Übergang dorthin merkt man übrigens, dass im Mastering ganz schön geschlampt wurde) vor sich hin, können weder dramaturgisch noch klanglich Druck aufbauen und verschwinden folgerichtig ruckzuck wieder aus meinem Kurzzeitgedächtnis. Manchmal ärgere ich mich echt über die Mechanismen der Musik-Kultur...


Kommentare
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melden Pöör (unregistriert) | 03.11.2011 | 18:56 Uhr

Meiner Meinung nach gibt das Album mehr her, als Falk es in seinem Review vermittelt. Die vermissten emotionalen Höhepunkte sind sehr wohl vorhanden, etwa in Frost, Awaken, Buds und Quittance sogar deutlich. Dass beim Mastering geschlampt wurde,...  

falk
melden Wertung 05/10 falk | 03.11.2011 | 19:56 Uhr

Schön, dass sich über Geschmack nicht streiten lässt. Ich stehe dazu, dass mich kein einziger Moment der CD emotional mitgerissen hat.

Aber deshalb kommentiere ich nicht: Mir sei der Hinweis gestattet, dass meine Rezension auf der...  

Stephan Möller
melden Stephan Möller | 03.11.2011 | 22:42 Uhr

Mir sei darüberhinaus noch der Hinweis gestattet, dass wir nach der Promoform rezensieren, die uns ein Label/Vertrieb/Promoagentur zukommen lässt. Wenn das ein Stream ist, ist das eben ein Stream, wenn's eine CD ist, ... .  

melden The Jester (unregistriert) | 06.11.2011 | 13:42 Uhr

Sicherlich kein Meisterwerk des modernen progressiven Metals, meiner Meinung nach aber wesentlich besser als im Review dargestellt. Aufmerksame Fans des Djent-Sounds sollten auf jeden Fall reinhören! 8/10 Punkte  

Sasch0r
melden Wertung 08/10 Sasch0r | 10.11.2011 | 15:05 Uhr

Was vergleicht man dauernd jede band, die maln polyrhythmisches Riff einsetzt, mit Meshuggah? UNEVEN STRUCTURE schaffen hier den Sprung zwischen Groove, Djent und Ambient; in perfektion. Klar sind paar Djent Parts, wie bei allen anderen Bands in dem...  

Beta
melden Beta | 10.11.2011 | 21:23 Uhr

Meshuggah waren halt die Pioniere dieses Sounds und werden deshalb auch zurecht von den meisten Djent-Bands als primärer Einfluss zitiert. Insofern machen die ständigen Vergleiche schon Sinn.  

melden Julian (unregistriert) | 15.01.2013 | 02:39 Uhr

Eines der besten Djentalben der letzten Jahre und live machen sie sowieso alles platt. U.S. sind eine der Bands die es schafft in dem Genre einen eigenen Sound zu fahren, wer es nicht mag der mag es nicht, aber Durchschnitt ist das Album ganz sicher...  

falk
melden falk | 15.01.2013 | 09:02 Uhr

Julian, lass mich gerade mal zwei Dinge anmerken:

1. Woher nimmst du eigentlich die Sicherheit, dass ich aus diesem (groben) Bereich ausschließlich MESHUGGAH und TEXTURES mag? Ich wüsste nicht, wann und wo ich dir das mal erzählt...  

melden honksen (unregistriert) | 21.01.2013 | 23:59 Uhr

5 Punkte für dieses grandiose Album. Du hattest wohl einen schlechten Tag mein Lieber. Das Album ist sehr wohl druckvoll und mitreissend und alles andere als durchschnittlich. Und dieser beknackte Vergleich mit Meshuggah - völlig daneben. Von mir...