Amaranthe - Amaranthe

Review

Galerie mit 16 Bildern: Amaranthe - Maximum Evocation Tour 2017 in Berlin

Ich bin entschieden dagegen, Künstler in Reviews mit wüsten Beschimpfungen zu belegen, doch manchmal fällt einem das gar nicht so leicht. Bei AMARANTHE bin ich wieder nahe daran, mein Wörterbuch mit sämtlichen Beleidigungen, die ich irgendwann mal gehört habe, aufzuschlagen, um meinem Ärger über so eine Veröffentlichung Luft zu machen.

Das wäre aber in der Tat nicht fair und auch nicht Sinn der Sache, also übe ich mich (mal wieder) in Beherrschung und konzentriere mich aufs Wesentliche. AMARANTHE sind ein Auswuchs der modernen Metal-Welt, die ich mit der gescheiterten Casting-Band NU PAGADI für endgültig ausgestorben hielt. Das fängt schon damit an, dass sich die Vocals geschlagene drei Personen teilen und keiner seinen Job richtig überzeugend macht. Dabei hat Sängerin Elyze Ryd sogar auf einer KAMELOT-Tour ausgeholfen, einer durchaus respektablen Band – vielleicht hat sie Fähigkeiten, von denen ich hier nicht viel hören kann, wer weiß!? Auch ihr männlicher Gegenpart klingt ziemlich leidenschaftslos und der Shouter erfüllt zwar seine Aufgabe, kann aber den Songs auch nicht mehr Seele verleihen. Musikalisch gibt es sogar noch mehr Probleme. AMARANTHE spielen in den härteren und besseren Passagen (wenn man das so nennen kann) 08/15-Melodic Death, mit obligatorischen, aber alles andere als brachialen Metalcore-Parts. Da das an sich aber eher öde wäre und keinen Raum für einen Überflug an Pop-Refrains bieten würde, setzt das Quintett auf eine ganze Ladung an halbgarem Power Metal und Plastik-Pop, bei dem sich sogar dem einen oder anderen Künstler dieser musikalischen Sparte die Zehennägel hochrollen würden.

Warum ich NU PAGADI mit ins Spiel gebracht habe? Ganz einfach, “Amaranthe” klingt unauthentisch, bis aufs Letzte (im negativen) Sinne konzipiert und vollends darauf aus, auch ja nicht zu viel Härte intus zu haben. Vor allem aber klingt eigentlich jeder Song völlig seelenlos, da hilft auch kein unspektakuläres Solo wie in “Automatic”. Am schlimmsten sind aber neben den gehörfeindlichen Refrains die billigen Keyboards, die oftmals völlig uninspiriert auf Kirmes-Disko-Niveau für Ärger sorgen.

AMARANTHE wirken eher wie ein Produkt, nicht wie eine Band. So klingt “Amaranthe” auch über die gesamte Spielzeit nach etwas, das nicht nur die Metal-Welt glücklicherweise bislang nie zum Erfolg hat kommen lassen. Eventuell kann sich der eine oder andere SONIC SYNDICATE-Fan damit anfreunden, aber selbst die spielen Klassen höher als AMARANTHE.

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27.04.2011

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Amaranthe auf Tour

26.10.18metal.de präsentiertPowerwolf - Wolfsnächte Tour 2018Amaranthe, Kissin' Dynamite und PowerwolfSchlachthof, Wiesbaden
27.10.18metal.de präsentiertPowerwolf - Wolfsnächte Tour 2018Amaranthe, Kissin' Dynamite und PowerwolfTurbinenhalle, Oberhausen
29.10.18metal.de präsentiertPowerwolf - Wolfsnächte Tour 2018Amaranthe, Kissin' Dynamite und PowerwolfGroße Freiheit 36, Hamburg
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5 Kommentare zu Amaranthe - Amaranthe

  1. Jens sagt:

    AMARANTHEs Debütalbum begeistert durchweg. Einen Ausfall gibt es keinen. Wer offen für modernen Metal ist, sollte sich dieses Album definitiv zulegen. Auch interessant ist, dass AMARANTHE gleich mit zwei Sängern und einer Sängerin auftrumpfen. Daumen hoch!

    8/10
  2. Oliver sagt:

    Im Metal wurde ja bereits vieles gesagt und auch wenn es immernoch viele (junge) Bands mit guten, unverbrauchten Ideen gibt, so ist es doch der Fall, dass der Metal stilistisch wesentlich ausgereizter als noch vor 20 Jahren ist. Daher habe ich auch kein Problem damit, wenn eine neue Band die ganz große Individualität vermissen lässt.
    Betrachten wir allerdings AMARANTHE, stehen wir vor einem etwas deutlicheren Problem: An dieser Band ist nichts (!) echt. Die Riffs sind 1:1 die von SOILWORK, Keys und Frauengesang 1:1 von DEADLOCK, Melodien und männlicher Klargesang 1:1 von SONIC SYNDICATE, die Growls sind Stangenware. Im Prinzip muss nichts weiteres dazu gesagt werden, außer vllt. dass die technischen Fähigkeiten der Musiker durch die Bank tadellos (wie so oft bei solchen Bands) und die Produktion absolut kantenlos und glattgebügelt, aber klar ist. Wie bei der sich dem Pop annähernden Musik üblich, sind die klaren Vocals von Sänger und Sängerin in den Vordergrund gemischt.

    5/10
    1. Yannick Andrle sagt:

      Egal ob Pop Musik oder populäre Musik, Metal war noch nie und wird nie weit davon entfernt sein, da wir auf die gleichen Wurzeln blicken dürfen. Wer sich über gute Prouktionsqualität und glatten Sound beschwert, dem kann ich einen großartigen Tipp geben. Lad dir einen Mp3-Converter, konvertiere den Song zu 8-16Kbps und dann zurück zu deiner bevorzugten Rate. Danach klingt jedes Album nach Burzum – Filosofem.

      Man merkt, dass du weder ein Instrument spielst, noch musikalisch gebildet bist. Ich kenne eine Menge Bands, deren Gitarrensound diesem ähnelt. Soilwork gehört leider absolut gar nicht dazu – füge hier doch bitte Nachweise oder eine musikalische Analyse hinzu. Ich höre Soilwork seit vielen Jahren – wobei ich von der neuen Musik weniger begeistert bin -, jedoch ist es mir neu, dass Soilwork mit akzentuierten Riffs arbeitet, die mit der Basedrum eine Synthmelodie untermauern. Ich kenne das vielleicht von Bands wie Dead By April, aber deine Ohren scheinen etwas mehr zu hören als meine, hätte live die Monitore nich so aufdrehen lassen sollen – beim Proben vielleicht auch nicht. Zum Gesang – man kann sich seine Stimme nicht aussuchen. Die Dame und der Herr haben qualitativ hochwertige Leistungen abgeliefert. Wie viel Autotune und Studionachbearbeitung hier zum Tragen kommt, ist eine andere Unterhaltung. Das Endprodukt ist für die Musikrichtung absolut qualitativ Mängelfrei. Die Songs sind innerhalb des Genres abwechslungsreich und sehr eingängig.

      Für Genrefans absolut empfehlenswert.

      Slayer Puffmusik Enthusiasten Rednecks wie dir kann man nur raten, weiter genau diese zu hören, da bekommst du den Stillstand, den du willst und kannst all das schlecht reden, was dir zu kompliziert oder anders ist. Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht – schon gar nicht, wenn er sich auf einen guten Schweinebraten mit Knödel und Speck gefreut hat. Zum Glück stirbt er ja recht früh an Herz-Kreislaufproblemen.

      7/10
  3. Oliver sagt:

    Wenig Individualität ist nicht schön, aber AMARANTHE S I N D schlicht und ergreifend oben genannte Bands, verpassen es jedoch, mitreißende Songs zu schreiben. Die Melodien sind zweifelsohne catchy, begeistern können sie jedoch keineswegs, die Riffs sind zu oft gehört, um mehr als eine hochgezogene Augenbraue zu provozieren und den Klargesang können andere ebenfalls eindrucksvoller. Das bedeutet letzten Endes, dass leider kein Song über die Marke “ganz nett” hinauskommt. Fans von Modern Metal (oder besser: Pop Metal), die davon nicht genug kriegen können, sei das AMARANTHE-Debüt ans Herz gelegen. Alle anderen werden mit genannten Kapellen mehr Freude haben.
    Prädikat: Kackdreist geklaut, qualitativ durchschnittlich.

    Genauso überraschend wie enttäuschend ist nur noch, dass sich Spinefarm zu einer solchen Nuclear Blast-Produktion hinreißen lassen. Das hätte ich ihnen nicht zugetraut.

  4. Lion sagt:

    Also ich weiss wirklich nicht was hier alle haben… Ich finde das Album wirklich gelungen. Aber leider ist der Gesang der Sängerin auf die Dauer nervig, deswegen gebe ich nur 7 Punkte.

    7/10