Angantyr - Sejr

Review

Ausnahmslos alle kennen Black Metal aus Norwegen. Und auch nahezu jeder kennt Black Metal aus Schweden. Doch was ist mit diesem niedlichen kleinen Land zwischen Norddeutschland und dem Königreich “Sverige”? Trotz der perfekten Black-Metal-Atmosphäre und klarer, nordischer Luft gibt es eigentlich nur einen jungen Herren, der die dänische Szene nachhaltig mit Leben erfüllt und das, das ist Ynleborgaz. Der talentierte Alleinunterhalter, der einigen auch
durch sein recht namhaftes Projekt MAKE A CHANGE…KILL YOURSELF bekannt sein dürfte, treibt seit nunmehr acht Jahren mit ANGANTYR sein Unwesen, dessen zweites Album “Sejr” anno 2006 erneut zur musikalischen Diskussion steht.
Denn eigentlich erblickte die Scheibe schon 2004 das Licht der Welt, wurde aber wegen der großen Nachfrage heuer nochmal leicht überarbeitet wiederveröffentlicht.

Doch was kann man von dem Schwermetall aus Dänemark erwarten?
Eine klassisch-nordische (oder gar norwegische?) Grundversorgung, die aggressiv und hitzig tönt und dem traditionellen Neunziger-Jahre-Stil folgt. Wer jetzt an ein zweites “Under A Funeral Moon” denkt, liegt nicht wirklich richtig, da ANGANTYR des Öfteren die traditionellen, rohen Pfade verlässt und auch Eingängigkeit und Melodie Einzug in das schöpferische Gefecht erhalten. So ist schon der besonders gelungene Opener “En Falden Kriger” etwas außergewöhnlicher als der Rest von “Sejr”. Das mitreißende Keyboard-Intro und die eigenwillige, aber dennoch imposante Violine, die zwar kratzig und leicht falsch intoniert ist, schaffen eine beeindruckende Atmosphäre und leiten das anschließende Schlachtengetümmel gekonnt ein.

Zugegeben sind die folgenden Songs nicht gerade die Neuerfindung des schwarzmetallischen Rades, aber nichtsdestotrotz finden sich noch einige Schmankerl auf “Sejr”, die auch nach mehrmaligem Hörgenuss nicht ihren Reiz verlieren – der Titeltrack beispielsweise, der sich durch seine erhabene Grundstimmung und die vielfältige Gitarrenarbeit auszeichnet mausert sich in seinen sieben Minuten zum (emotional gesehenen) Höhepunkt des Albums.
“Hadets Sorte Flamme” schlägt wieder in die traditionellere Kerbe und versprüht den urigen, latent an DARKTHRONEs “Transylvanian Hunger” erinnernden, Black-Metal-Charme.

Trotz des konstant hohen Niveaus kann ich die Nörgelei an dieser Stelle dann doch nicht ganz lassen, da der (wohlbemerkt gute!) Gesang leider zu wenig variiert und auch die Songstrukturen nur bedingt abwechslungsreich sind. Ein Schuss mehr Originalität hier und ein Spritzer mehr Variation da und das Ganze hätte noch ein Pünktchen mehr verdient.
Dessen ungeachtet kann man aber ein solides Black-Metal-Album erwarten, das neben ungestümer Raserei auch durch die ein oder andere eingängige, im Midtempo gehaltene Passage überzeugt und für Liebhaber “klassischer”, nordischer Klänge definitiv interessant sein dürfte.

11.11.2006

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2 Kommentare zu Angantyr - Sejr

  1. matthias ehlert sagt:

    Ist besser, Anna S. K. …
    8,5 Punkte, puristisch, archaisch, gemein…

    8/10
  2. Anonymous sagt:

    Ja, das Review passt eigentlich genau. Allerdings finde ich, das beste auf der Sejr ist "Tag Dig I Agt", das eine hypnotische Stimmung erzeugt. Make A Change…Kill Yourself ist auf jeden Fall besser

    7/10

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