Asking Alexandria - Asking Alexandria

Review

Galerie mit 17 Bildern: Asking Alexandria auf dem Summer Breeze Open Air 2016

Lange hat sie ja nicht gehalten, die Beziehung zwischen Denis Stoff und ASKING ALEXANDRIA. Nach einigen Streitigkeiten zwischen Gitarrist Ben Bruce und Wieder-Frontmann Danny Worsnop übernahm der Ukrainer kurzzeitig das Mikrofon, nur um sich nach dem Album “The Black” klammheimlich wieder aus dem Staub zu machen. Grund genug für Worsnop, sich mit seinem Jugendfreund auszusprechen und das Szepter wieder in die Hand zu nehmen. Wiedervereint, stehen ASKING ALEXANDRIA nun mit Album Nummer 5 in den Startlöchern.

Danny Worsnop mit bombenstarker Stimme

Während Gitarrist und Gründungsmitglied Bruce in der Zwischenzeit mit Schauspielarbeiten zum Film “American Satan” beschäftigt war, hat sich Worsnop ausgiebig mit seiner zweiten Band WE ARE HARLOT und seiner Solo-Karriere beschäftigt. Vor allem letzteres hat seiner sowieso schon sehr guten Gesangsstimme augenscheinlich ganz gutgetan, diese ist nämlich auf “Asking Alexandria” bombenstark, wirkt gereift und noch einmal einen ticken besser als auf “From Death To Destiny”. Mit den alten Platten – “Stand Up And Scream”, “Reckless and Relentless” und vor allem “The Black” – hat die neue Scheibe sowohl instrumental als auch gesanglich nicht mehr viel zu tun, was tatsächlich auf der Haben-Seite zu verbuchen ist. Screams sind nur noch sehr wohl proportioniert zu hören und strahlen auch nicht mehr diese Metalcore-typische Aggressivität aus. Als Ausgleich gibt es dafür eine gehörige Portion schönen, dreckigen, kratzigen Worsnop-Whisky-Zigaretten-Klargesang.

Nichts für den Metalcore-Elitisten

Dürfte die schlichte Absenz von “brutalen” Screams für elitäre Metalcore-Anhänger nicht schon schlimm genug sein, legt Worsnop noch einen drauf und variiert seine Clean-Parts auch gerne mal in höhere Tonlagen (“Alone in a Room”, “Room 138”), ohne dabei in das Metalcore-Klischeegeheule zu verfallen. Kurzum, gesanglich eine positive 180-Grad-Wende in etwas ruhigere Gefilde, gleichzeitig aber sehr viel energetischer vorgetragen als noch anno 2013. Um Worsnops neugewonnenes Stimmtalent nicht in einem Blastbeat-Gewitter untergehen zu lassen, muss natürlich auch ein neuer Sound her. Doublebass? Fehlanzeige. Totgespielte 08/15-Riffs? Ausverkauft. Spannende Drum-Fills? Anwesend. Spaßige kleine Gitarrensoli? Sind im Angebot. Um es plastischer auszudrücken: Es klingt wie eine “metalisierte” Version von FALL OUT BOY mit einem Touch Rock and Roll.

Fast ohne Schnitzer

Wo ist der Haken? Haben ASKING ALEXANDRIA wirklich ein gutes, originelles Album gemacht? Auf jeden Fall. Abgesehen von dem Akustik-Song “Vultures”, der irgendwie nicht so recht in das Gesamtkonzept passen möchte, überzeugen “Asking Alexandria”. Selbst der Track “Empire”, mit Gast-Rapper BINGX, ändert daran nichts. Ein großes Fragezeichen hinterlässt allerdings der Radio-Edit der ersten Singleauskopplung “Into The Fire”. Nach dem eigentlichen Song gibt es einen kurzen 50er-Jahre-Choreinspieler, gefolgt von 90 Sekunden Doublebass, brutalen Screams und tiefen Gitarren. Quasi alles was ASKING ALEXANDRIA mit diesem Album abgelegt haben. Über die Bedeutung lässt sich nur mutmaßen.

Kein 08/15-Metalcore-Release

“Asking Alexandria” dürfte sowohl Fans, als auch bekennende Kritiker – wie mich –  mit offenen Mündern zurücklassen. Der neue Sound ist ohne Frage gewöhnungsbedürftig, ist aber nur die logische Konsequenz aus den viel zu vielen, ausgelutschten, immer wiederkehrenden, 08/15-Metalcore-Releases – “The Black” eingeschlossen. Gut anhören tut es sich dabei auch noch.

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07.12.2017

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