Auto-Auto - Dancing Through Dark Times

Review

Auf den hohen Norden ist in Sachen Elektro auch weiterhin Verlass – diesmal speziell auf die drei Schweden von AUTO-AUTO, die mit “Dancing Through Dark Times” ihr neues Album am Start haben. Obwohl das 2008er-Album “Celeste” einen positiven Eindruck hinterließ, wurde es erstmal sehr still um die Schweden, der Kreativität hat dies aber offensichtlich nicht geschadet, denn die 14 neuen Songs sind wahrlich ein “Kessel Buntes”.

AUTO-AUTO lassen sich nur schwer in ein elektronisches Schema pressen, was sich schon bei den ersten Songs zeigt. Der Opener und Titeltrack ist ein verspielt-verträumter Elektrosong, der einen irgendwie verzaubert – sehr nett. Über das folgende “Obstacles” kann man das beim besten Willen nicht sagen, hier wird auf einmal eher Indie-Elektro ausgepackt, der dann im Rahmen von “Our New Machine” wieder umgehend von New Wave-Sounds abgelöst wird. So weiß man dann auch im weiteren Verlauf nie, was einen beim nächsten Song erwartet: Elektroclash, Synthiepop, Disco, Indie – alles ist vertreten, mal eingängig, mal schräg, unberechenbar eben.

Manch einer mag diese stilistische Vielfalt und Unberechenbarkeit als positiv empfinden, für andere – vielleicht die Mehrheit – könnte gerade hier aber der Knackpunkt des Albums liegen. Eine klare Linie fehlt irgendwie, genauso wie auch richtige Highlights, auch wenn der Titeltrack, “Cosmic Injustice” oder auch “Starcharts” wirklich gut anzuhören sind. Einige der 14 Songs wirken trotzdem immer wieder wenig oder schwer greifbar und sie verlassen die Gehörgänge, ohne dort einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben.

Ob es AUTO-AUTO mit “Dancing Through Dark Times” gelingt, für größeres Aufsehen zu sorgen, bleibt abzuwarten. Mutig sind die Schweden auf jeden Fall, aber der ganz große Wurf wird wohl eher ausbleiben.

11.04.2012

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