Benedictum - Dominion

Review

Mittlerweile sind BENEDICTUM ja keine ganz unbekannte Band mehr. Bisher hat es trotz guter Arbeit aber noch nicht zum ganz großen Durchbruch gereicht. Das soll sich jetzt ändern und die Vorzeichen stehen gut: Mit Frontiers Records hat sich jetzt erstmals ein großes Label der Szene der Amerikaner und ihrem neuen Album “Dominion“ angenommen.

Für wen dieses den ersten Kontakt mit der Combo darstellt, der dürfte erst einmal vom Gesang überrollt werden. Die Frage, ob da tatsächlich eine Frau singe, drängt sich, wie schon bei den vorhergehenden Veröffentlichungen, unmittelbar auf. So dürfte es sich damals angefühlt haben, als DORO oder Angela Gossow (ARCH ENEMY) das erste mal aufgetaucht sind. Bis dahin war es schlicht unvorstellbar, dass einer weiblichen Kehle so kraftvoller, so rotziger Gesang entweichen kann. Extremer Gesang war jeher den Männern vorbehalten, und dann so etwas. Auch Veronica Freeman hätte man diesen Stil beileibe nicht zugetraut. Sie beherrscht die zarte Melodiösität des klassischen Female Fronted Gothic Metal ebenso wie die Power des modernen Power Metal. Es ist einfach nur fantastisch zu hören, wie eine Angehörige des schönen Geschlechts einen perfekten Kehlkopf-Gesang ebenso darbietet wie aggressive Shouts. An diese Kraftentfaltung kommen ansonsten höchsten noch DORO oder Kimberly Goss (SINERGY) ran.

Aber auch wenn dieses Element zunächst einmal alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, sollte man den Rest des musikalischen Materials keineswegs in den Hintergrund treten lassen. Mit ähnlichen Qualitäten wie ihre Frontfrau treten auch die vier Instrumentalisten an. An ihnen fällt zunächst einmal die besonders variantenreiche Rhythmus-Sektion um Drummer Mikey Pannone und Basser Chris Shrum auf. Diese beiden zimmern ein knackiges Grundgerüst zusammen, das traditionelle Heavy Metal-Grooves neben Doublebass-Attacken stellt. Phasenweise wildern sie sogar in noch heftigeren Gefilden und erinnern an Bay Area-Thrash der Marke METALLICA, MEGADETH oder ANTHRAX. Zwischendurch taucht auch das ein oder andere Riff dieser Art auf, vor allem die immer wieder eingebauten stark verzerrten und hohen Einzelnoten, die sowohl in Soli, als auch während des regulären Song-Fortgangs auftreten, verstärken diesen Eindruck. Insgesamt verlegt sich Pete Wells allerdings eher darauf einige Melodien beizusteuern, die verhindern, dass das Material zu heftig wird. Statt dessen verweisen sie eher wieder in den Bereich des heftigeren Power Metals.

Damit ist das Potential des Quintetts aber immer noch nicht ausgeschöpft. Denn schließlich gibt es auch noch Keyboarder Tony Diaz. Und dieser hat eine absolute Mehrfachrolle inne: Mal streut er klassische Klangteppiche im Stile des holländisch-skandinavischen Gothic Metal bei, mal bietet er den klassisch-amerikanischen Klang von KAMELOT, der darauf gerichtet ist, den Rest des musikalischen Materials dezent zu unterstützen. Herausragend wird seine Stellung immer dann, wenn er zusammen mit der Gitarre von Pete einen Ausflug in die Progressivität wagt. Allerdings vergessen BENEDICTUM auch dabei nicht, ordentlich Heaviness aufzufahren, so dass ihre progressiven Momente eher nach den deftigeren Nummern von NEVERMORE oder EVERGREY klingen, als nach dem frickeligen Gedudel von Bands wie AYREON.

Es scheint, als würde “Dominion“ tatsächlich alles bieten, was man von einer modernen Metal-Platte erwartet. Eingängige, heftige und stets rockende Rhythmen, eine gehörige Portion Abwechslung, einen gewissen Schuss Progressivität, reichlich Energie und einige überraschende Momente. Es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn der Band damit nicht endlich der ganz große Durchbruch gelingt. Schließlich ist hier für jeden was dabei.

04.02.2011

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