Black Daffodils - Broken Flower

Review

Der deutsche Fünfer BLACK DAFFODILS startete zunächst als Coverband mit Songs von Bands wie NIGHTWISH, WITHIN TEMPTATION, EVANESCENCE u.ä. Das reichte dann offensichtlich nicht aus, sodass nun das Debütalbum “Broken Flower” vorliegt, welches sich auch genau in genanntem musikalischen Rahmen bewegt.

Es handelt sich also  um female fronted Rock/Metal, wobei die Metal-Anteile ein wenig unterrepräsentiert sind. Zu Beginn geht ein symphonisch anmutendes Intro in den Song “The Sighing” über, der auch ganz ordentlich mit melodischem Piano und kontrastierenden, harten Gitarrenriffs startet. Nach und nach gesellt sich die Stimme von Fronterin Andrea Weiß dazu, die des Öfteren von recht gelungenen männlichen Growls ergänzt wird, sodass das genretypische Wechselspiel entsteht. Die weiblichen Vocals allerdings klingen an vielen Stellen allzu zart und süßlich-sanft, sodass es manchmal fast schon in den ‘piepsigen’ Bereich hineinreicht, was mich persönlich ziemlich stört. Technisch ist der Gesang in Ordnung und ich würde mir mehr Passagen wünschen, in welchen er etwas tiefer und dunkler gestaltet ist (z.B. in “Silent Raindrops”).

Im Gegensatz zu vielen anderen Bands hält man sich mit symphonischem Bombast glücklicherweise zurück und setzt ihn sparsam ein. Ansonsten ist der Unterton des Albums relativ poppig, was sich am stärksten im eingängigen Stück “Your Painkiller” äußert, bei dem die zu häufige Wiederholung des sehr radiotauglichen Refrains gegen Ende hin ganz schön an den Nerven zerrt. Auch ruhigere Stücke haben BLACK DAFFODILS zu bieten, so beispielsweise das streicher- und pianountermalte “Just A Memory” oder “The One I Was”, das in der zweiten Hälfte mit männlichen Growls und schnellerem Tempo dramatischer wird.

Insgesamt sind BLACK DAFFODILS nicht schlecht und gute Ansätze (z.B. im vorletzten Track “Give My All To You”) sind zu erkennen, leider versinken ihre Songs größtenteils aber noch im Standardsumpf und sorgen nicht gerade dafür, dass sie in Erinnerung bleiben. Ein wenig mehr Abwechslungsreichtum, interessantere Songstrukturen, teils weniger abgenutzte Piano-/Synthesizermelodien und möglicherweise ein etwas angezogener Härtegrad könnte den Stücken also eventuell nicht schaden.

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26.11.2012

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