Border Of Insanity - Defy In Blood

Review

“[…] quia peccavi nimis

cogitatione, verbo, opere et omissione:

mea culpa, mea culpa,

mea maxima culpa […]”

Und in dem Falle ganz besonders die Unterlassung! Sorry BORDER OF INSANITY! Bitte um Vergebung! Hab’ euch tatsächlich einfach links liegen gelassen und pinne erst jetzt und somit mächtig spät ’ne Rezension. Was wollte ich euch mit nem Borderline Collie aufziehen, der euch ständig hinterherhetzt… haha! Wie wär’ das putzig geworden…

Dabei gibt’s hier gar nix zu hetzen. Im Gegentum. Der Vierer aus Nürnberg präsentiert auf seinem trotzig betitelten Langeisen-Debüt sauber produzierten Melodic Death Metal, den sie selbst noch mit dem Zusatz Thrash versehen. Wie dem auch sei, es ist gleich zu Beginn klar, wohin die Reise geht. Heading north! D.h. man fühlt sich im skandinavischen Thrash/Death-Lager zuhause und erinnert zeitweilig – so etwa mit “Dropped In The Trash“ – ganz arg an diese Band aus Göteborg… na… die mit dem ganzen Feuer eben.

Auch SOILWORK klingen immer wieder an und BOI gestalten ihre Songs ähnlich abwechslungsreich, was sie dem geneigten Hörer gleich mit dem Opener “To Hell And Back“ zeigen. Neben abwechslungsreichem Songwriting, genre-typischem heiser-harschen Geschrei, das einstweilen an QUO VADIS’ Arie Itman erinnert und technisch überaus ansprechender Ausführung können die drei Jungs und das Mädel mit einprägsamen Refrains und einer als nicht anders als spritzig zu bezeichnenden Spielfreude auftrumpfen.

Zudem ist die Platte recht schmuck produziert, lässt gerade den Klampfen den nötigen Freiraum und setzt auch die ab und an zweistimmig eingebrachten Leads und die flinken Soli ins rechte Licht. Leiden muss aber der Drum- und Bass-Sound, denn die Kicks wummern ein wenig matschig im Hintergrund und sind so zusammen mit dem Bass ihrer Durchschlagskraft beraubt, was dann zu Lasten der Aggressivität geht.

Nach fünf oder sechs Songs wird das Ganze dann trotz heißen Bemühns streckenweise zäh und ein wenig mehr Kompaktheit stünde den restlichen Stücken deutlich besser zu Gesicht. Hier werden die Riffs fad und auch die immer noch technisch ansprechend gegniedelten Soli wirken abgegriffen. Überdies wirkt der folkig angehauchte Einschub im Refrain von “March Of Zombies“ ein wenig gezwungen und auch albern.

Mit dem Rausschmeißer “Payment For The Lost Control“ kriegen BOI aber den Arsch hoch und bieten wieder stärkere Kost an, so dass “Defy In Blood“ jedem Anhänger der vorgenannten Bands, also SOILWORK und irgendwas mit Flammen, mächtig zusagen sollte.

Gehen die Nürnberger beim nächsten Mal über die ganze Spielzeit konzentrierter vor, ist die Schlagweite zu den Vorbildern gegeben – ich versuche dann auch, nichts mehr zu unterlassen und komme dann noch mal auf den Collie zurück…

03.08.2012

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