Caliban - I Am Nemesis

Review

Galerie mit 12 Bildern: Caliban - Live in Dresden

Spricht man von deutschem Metalcore und Modern Metal, so darf neben HEAVEN SHALL BURN ein Name auf gar keinen Fall ungenannt bleiben: CALIBAN. Seit nunmehr 15 Jahren ist der Fünfer aus dem Ruhrpott aus der Szene kaum hinwegzudenken und beglücken Genrefans mit einem herausragenden Album nach dem anderen. So zweifelsohne auch mit ihrem neuen Werk “I Am Nemesis”, auf dem der Band meiner Meinung nach jedoch erstmals die absolut perfekte Mischung aus geballter Aggression und Brachialität einerseits und mitreißenden, teilweise sogar emotionalen Melodien andererseits gelingt.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass CALIBAN, wie leider zahlreiche ihrer Genrekollegen, zu sehr verweichlichen und um ihre Musik einer breiteren Masse zugänglich zu machen, lediglich versuchen, möglich einprägsame “Hits” zu komponieren. Das machen CALIBAN auch gleich zu Beginn des Albums deutlich und überrumpeln den Hörer sofort mit zwei mächtigen Abrissbirnen: “We Are The Many” und “The Bogeyman” kommen sofort auf den Punkt, strotzen vor Energie und Brutalität und walzen ohne Umschweife alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt.
Nicht jedoch, ohne sich zugleich unwiderruflich in die Gehörgänge ihrer Opfer geradezu einzubrennen. Nachdem dieses Zeichen gesetzt wurde, geht es in den folgenden Titel etwas ruhiger zu und CALIBAN gewähren der melodischen Komponente ihrer Songs etwas mehr Raum. So warten beispielsweise “Memorial” und “Edge Of Black” mit sehr eingängigen Parts und Refrains auf. Das nächste Highlight des Albums ist jedoch zweifelsohne “Davy Jones”, der mit seinen MESHUGGAH-Riffs, gepaart mit einem Killer-Refrain, geradezu nach der Skip-zurück-Taste schreit. Als müsste nach diesen melodischen Tracks ein Ausgleich geschaffen werden, treten CALIBAN das Gaspedal im Anschluss wieder voll durch und schicken mit “Deadly Dream”, “Open Letter” und “Dein R3Ich” erneut ein paar Genickbrecher ins Rennen, ohne jedoch auf kleine melodische Einsprengsel zu verzichten. “Broadcast To Damnation”, “This Oath” und “Modern Warfare” beschließen “I Am Nemesis”. Leider können diese Tracks die bisherige Qualität des Albums meiner Meinung nach jedoch nicht gänzlich halten, sodass man ein wenig den Eindruck bekommt, CALIBAN hätten am Ende des Werkes noch etwas Füllmaterial eingeschleust.

Schade, doch für eine Kaufempfehlung meinerseits reicht es trotzdem allemal. Metalcore-Fans werden von CALIBAN einmal mehr bestens bedient und sollten hier auf jeden Fall zugreifen.

20.01.2012

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5 Kommentare zu Caliban - I Am Nemesis

  1. Dennis sagt:

    Weshalb schreit Davy Jones nach der Skip-Taste? Das verstehe ich nicht..

  2. Hans-Hubert sagt:

    Sie schrob doch: Schreit nach der Skip-zurück-Taste, was so viel heißt wie “Noch maaaal, noch maaaal!”. Kennst du sowas nicht?

  3. Frank sagt:

    Repeat Taste wäre warscheinlich passender. 😛

  4. Matthias sagt:

    …und ich kann mir die Scheibe sogar anhören ohne abgeschreckt davonzulaufen. Nahezu unfassbar 🙂 Gut gelungenes Album!

    7/10
  5. Theon sagt:

    Einfach genial! Meines Erachtens der beste Caliban Output! Ein Hit jagt den nächsten…Damit zeigen sie eindrucksvoll, dass sie weiterhin im deutschen MC on top sind!