Dagon - Terraphobic

Review

Vor rund tausend Jahren entdeckten die Wikinger Amerika. Mittlerweile hat sich der Spieß umgedreht und die Amis entdecken die Wikinger für sich. Vielleicht sieht man derzeit vermehrt bärtige, in Fell gehüllte Männer durch New Yorks Straßen plündern und brandschatzen, gemeint ist aber natürlich die Musik der modernen Wikinger, die sich auch auf der anderen Seite des großen Teichs immer größerer Beliebtheit erfreut.
Ganz vorne mit dabei, sozusagen am Bug des Drachenschiffes sind DAGON aus Michigan.

Schon beim ersten Hören des Zweitlings “Terraphobic” fällt der starke Hang zu den Skandinaviern auf. Einen besonderen Reiz scheinen AMON AMARTH auf das Quartett auszuüben. Genauso schnell fällt aber auch der Groschen, dass DAGON nicht nur dem paganen Metal Tribut zollen wollen, sondern sich auch von aktuellen Trends, die insbesondere in ihrer Heimat wüten, beeinflussen lassen. Metalcore ist hier das Stichwort.

Um es kurz zu machen: Auch wenn es auf “Terraphobic” einige Anleihen an den europäischen Death Metal gibt, schafft es die Band nicht, sich am eigenen Helm aus dem Sumpf des klebrigen Einerleis herauszuziehen. Was auch immer DAGON versuchen, es wird einfach Metalcore bleiben. Da helfen keine noch so populären schwedischen Myspace-Freunde, oder das geschickte Vermeiden des gefürchteten Schlagwortes. DAGON bringen es fertig, dass selbst haargenau abgekupferte Viking-Metal-Gitarrenparts total metalcorig klingen. Dabei behilflich sind zum Beispiel die typische Kreischstimme, das viel zu künstlich klingende Schlagzeug und die tausendfach gehörten und wohlbekannten Harmonien nebst Einheitsspieltechnik.
Die absolute Krönung sind aber die eierlosen Heavy-Metal-Vocals (z.B. “Ocean Metal”). Ich will der Band nicht einmal ihre wahrscheinlich hehren Beweggründe, diese zu benutzen absprechen, aber hier wirkt es nur lächerlich und wie ein schlechter Witz.

Die besten Momente haben DAGON, wenn sie Maidenmelodien integrieren oder leicht thrashen, ein fieses Rocksolo raushauen und ein wenig wie IMPIOUS klingen.
Spieltechnisch ist hier natürlich alles im grünen Bereich, die Produktion stimmt auch. Das ändert aber nichts daran, dass ich “Terraphobic” so dringend brauche, wie Zahnschmerzen.

23.07.2009

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