Deep Purple - Infinite

Review

Galerie mit 17 Bildern: Deep Purple - live in Stuttgart 2017

Ich gebe gerne zu, dass ich mit Erscheinen des letzten DEEP PURPLE-Albums “Now What!?” der Ansicht war, dass die Herren Gillan, Paice, Glover, Morse und Airey mit diesem Album ihre Abschiedsvorstellung geben würden. Schon auf der anschließenden Tour musste ich meine Meinung revidieren. Weder war die Tour als die letzte von DEEP PURPLE angekündigt, noch waren müde Musiker auf der Bühne zu sehen. Nach der Ankündigung, dass es ein weiteres Album geben würde, steht “Infinite” ab dem 07.04. in den Läden und schickt sich an “Now What!?” noch zu überragen.

Der Härte- und der Chillfaktor

2013 habe ich – vielleicht auch aus nostalgischen Gründen – 9/10 Punkte vergeben. Heute mag es einer weniger sein, aber durchschnittlich oder gar schlecht war die Platte nicht. Gleiches gilt auch für “Infinite”, das sich nahtlos anschließt und in die Reihe großartiger DEEP PURPLE- Veröffentlichungen einfügt. Sicher, Ian Gillan trifft die hohen Töne nicht mehr, dafür singt der 72-jährige (!) heute relaxter, als früher und zeigt so eine ganz andere Seite seiner Stimme. Die ist im Übrigen immer noch kraftvoller als es bei manchem Jungspund der Fall ist. Das zeigt schon der Opener “Time For Bedlam”, der verglichen mit dem Vorgängeralbum, einige Briketts an Härte zulegt. Das steht Purple gut zu Gesicht und findet erfreulicherweise seine Fortsetzung im Folgenden “Hip Boots” oder auch später in “Johnny’s Band” und “Top Of The World”, die ebenfalls mit feinen Gitarrenwänden überzeugen können. Dazu spielt Steve Morse seine Soli und Licks, wie immer, locker aus der Hüfte. Er fügt sich damit abermals perfekt in den Bandsound ein und verfügt über ein feines Gespür, wann es angebracht ist sich selbst ins Rampenlicht zu stellen oder aber banddienlich zu spielen. Gleiches gilt für Keyboarder Don Airey. Die beiden spielen sich die Bälle zu, als hätten sie nie etwas anderes in ihrem Leben gemacht. Nicht ganz so kultig, aber musikalisch definitiv auf einem Level mit Blackmore/ Lord. “All I Got Is You” führt dann wieder die Linie vom Albumvorgänger fort und kommt völlig tiefenentspannt aus dem Boxen. “One Night In Vegas” und “Get Me Outta Here” grooven hingegen wie Hölle ohne dabei Härte vermissen zu lassen. Es ist schön zu hören, dass DEEP PURPLE auch bei Studioalbum Nummer zwanzig weiterhin mit mächtig Spaß an der Sache agieren und “Infinite” viele verschiedene Facetten verpassen. Ausfälle gibt es hier nicht zu hören. Dafür sind einige Reminiszenzen an die Siebziger auf “Infinite”, wie beispielsweise in “The Surprising” verarbeitet worden, was auch Fans der alten Scheiben freuen dürfte.

Infinite – Das beste Album seit 1987?

Insgesamt haben DEEP PURPLE mit “Infinite” wieder einmal ein starkes Album vorgelegt, das sich locker mit seinem direkten Vorgänger messen, ihn vermutlich sogar ausstechen kann. Erheblich rockiger als zuletzt, dabei trotzdem die pure Tiefenentspannung vermittelnd, offenbart das zwanzigste Studioalbum der britisch-amerikanischen Kollaboration viele Facetten, die man teilweise erst nach mehrmaligem Hörgenuss alle für sich entdeckt. “Infinite” hat vielleicht sogar das Zeug das beste DEEP PURPLE-Album seit “The House Of Blue Light” zu sein. Das aber wird die Zeit zeigen. Für den Moment freuen wir uns darüber, dass die Herren es noch drauf haben.

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06.04.2017

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