Dreadnought - Measure Of Man

Review

Das Potsdamer Nu-Metal-Quartett DREADNOUGHT muss man erst einmal im World Wide Web ausfindig machen. Weltweit ist der Bandname nämlich recht beliebt, wie es scheint. Nach einigen Suchläufen herrscht dann aber Klarheit: Der deutsche Vierer gründete sich bereits 2000 und spielt groovigen Metal im Stile von Bands wie MACHINE HEAD oder SEPULTURA mit teils recht melodischem Einschlag. Produziert wurde die mittlerweile dritte Scheibe der Bandgeschichte von Alexander Dietz, der mit HEAVEN SHALL BURN und seinem Projekt ERODE offensichtlich noch nicht ausgelastet ist.

Musikalisch haben DREADNOUGHT mit HEAVEN SHALL BURN insofern etwas gemein, dass sie dem Hörer nur wenige Verschnaufpausen gönnen. Trotz einiger melodischer Interludes regiert dann doch über weite Strecken die Abrissbirne. Konkret bedeutet das: druckvolles Riffing, treibende Drums und eine bewusst wuchtige Abmischung, die das Ganze gut in Szene setzt. Songs wie der Titeltrack oder das urgewaltige “The Walking Dead” schmatzen in bester Dampfhammer-Manier aus den Boxen. Stimmlich agiert Sänger und Frontmann Christoph Michalsky recht variabel, der Mann meistert die Wechsel zwischen rauen Shoutings und Clean-Gesang jedenfalls souverän. Unterstützt wird Michalsky außerdem noch von Schlagzeuger Fabian Einecke, was noch zusätzlich etwas Abwechslung ins Spiel beziehungsweise in die Songs bringt.

Genau hier liegt aber auch das Problem von “Measure Of Man”: Der Gesang wirkt für meinen Geschmack bei Songs wie “Syren”, “Face To Music” oder “Thank you” (übrigens coole Idee, den letzten Song der Platte so zu betiteln) manchmal etwas gestelzt und gekünstelt. Schade, denn es scheint, als hätte das Quartett hier versucht, auf Krampf mit dem Gesang zu experimentieren. Das ist natürlich ein guter Ansatz, allerdings hätte es der Platte insgesamt wohl besser zu Gesicht gestanden, hätten sich die Jungs auf das besonnen, was sie wirklich gut können: druckvolle, aggressive Songs schreiben. Ansonsten eine gute, überzeugende Leistung.

 

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06.08.2012

"Am Ende isses immer Arbeit."

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