Dreamshade - The Gift Of Life

Review

Galerie mit 27 Bildern: Dreamshade - Rockharz Open Air 2011

So eine kleine Brise Pathos hat noch selten geschadet. Dass es sogar auch mit vergleichsweise viel von dieser empfindlich wirksamen Substanz geht, beweisen die Schweizer DREAMSHADE mit ihrem zweiten Album “The Gift Of Life“. Eigentlich sind die Voraussetzungen für den Fünfer rein subjektiv ziemlich schlecht. Denn vom einstigen Melodic Death Metal bleibt hier lediglich das gefährlichste Element aus Plastic-Fantastic-Keyboards zurück und auch die Zeit von relativ simplem Metalcore, der hauptsächlich auf Einprägsamkeit und Abgeh-Rhythmen abzielt, scheint längst vergangen zu sein. Und doch machen die Jungs einen guten Job und kreieren mit dieser Platte ein durchaus kurzweiliges Album.

Die Vorahnungen werden kaum besser, wenn das kurze Intro von dem Opener “Photographs“ anläuft. Klingt nach Pop. Hat das Dieter Bohlen geschrieben? Doch dieser Eindruck ist denkbar schnell verflogen, sobald DREAMSHADE das Gaspedal ein wenig durchtreten und sich auf gewohnte Stilistiken fokussieren. Interessant ist dabei immer zu hören, dass, trotz durchweg gegebener Härte, immerzu ein großer Faktor Emotionalität und Einfühlbarkeit herüberkommt und die Scheibe damit irgendwo aggressiv aber auch verletzlich erscheinen lässt.

Dazu trägt im Wesentlichen die bereichernde Abwechslung am Mikrophon, bestehend aus Neusänger Kevin Cali und Backgroundakteur und Gitarrist Fernando Di Cicco, bei, die unterschiedlichste Stimmungslagen gekonnt auf die Bühne bringt. Auch wenn teilweise noch ein paar skandinavische Melodiespagate durchblitzen, ist “The Gift Of Life“ zweifellos auf Einfachheit, anstatt auf technische Komplexität getrimmt. Die Riffs sollen einschlagen und nicht erstaunen, was soweit gut funktioniert. Um weiterführend wieder den Bogen zum Pathos-Einstieg zu spannen, so schießen DREAMSHADE in diesem Sinne manchmal ein wenig übers Ziel hinaus. Stellenweise etwas weniger Geklimper oder einen Strich durch die platte Synthie-Ballade “Our Flame“ hätte dem Ganzen sicher nicht schlecht getan.

Nichtsdestotrotz habe ich aus dem vorwiegenden Metalcore-Sektor schon länger keine Scheibe mehr gehört, die mir ähnlich viel Spaß gemacht hat. Reinhören erwünscht.

16.01.2013

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