Emerald - Forces Of Doom

Review

Immer wieder gibt es True Metal-Bands, die in der Vergangenheit leben und ihren Idolen aus den 80ern huldigen möchten. Diesmal wollen’s die Schweizer Emerald (die bekennende Anhänger von Manowar und Virgin Steele sind) und laden uns mit ihrer mittlerweile dritten Scheibe “Forces Of Doom” zu fröhlichen Ritterspielchen ein. Eine nett gemeinte Geste, die aber durch den mäßigen Instrumental-Opener “Enter The Emerald Castle” mit Keyboard-Klischees und lahmem Tempo eher abschreckt als Lust auf mehr macht. Bleibt ja noch die Hoffnung auf ansprechenderes Material und einen kräftigen und überzeugenden Mann am Mikro…aber: Nix da! Die öden und wenig mitreißenden Gitarrenleads werden knapp übertroffen von einem schwächelnden Jvo Julmy, der die obligatorischen, größtenteils mittelalterlichen Texte dermaßen penetrant daherjault, dass sich meine Nackenhaare am liebsten aus meinem Körper reißen wollen. Denn nur Sträuben ist wirklich zu wenig. Sollte man sich doch an diese “Schallqual” gewöhnen, kann man sich ja auf die musikalischen Aspekte konzentrieren. Schade, dass es hierbei nicht allzu viel Interessantes zu entdecken gibt. Knackige Riffs oder abwechslungsreichere Breaks sucht man vergeblich. Stattdessen gibt es unspektakuläre Powerchord-Begleitungen und monotone Songstrukturen, die leider viel zu selten von einem schönen Piano-Zwischenspiel oder Gitarren-Solo unterbrochen werden (“Until Freedom Returns”, “Blood Of Our Kings”). Einziger Höhepunkt neben der akzeptablen Pflicht-Ballade “Forever” ist das flott-fröhliche “On The Wings Of The Night”, welches aber “nur” ein Virgin Steele-Cover ist. Zerstört werden die wenigen Lichtblicke (wie dei restlichen Songs) dann noch von der wenig druckvollen Produktion, die mir ein für alle Mal meine gute Laune verdirbt. Fazit: True Metal-Liebhaber ohne große Ansprüche an Originalität oder Abwechslungsreichtum werden mit “Forces Of Doom” sicherlich ihren Spaß haben. Die anderen lassen dann doch lieber die Finger davon…

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22.04.2004

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1 Kommentar zu Emerald - Forces Of Doom

  1. Anonymous sagt:

    "mäßigen Instrumental-Opener"; "eher abschreckt als Lust auf mehr macht"; "Die öden und wenig mitreißenden Gitarrenleads werden knapp übertroffen von einem schwächelnden Jvo Julmy, der die obligatorischen, größtenteils mittelalterlichen Texte dermaßen penetrant daherjault, dass sich meine Nackenhaare am liebsten aus meinem Körper reißen wollen"; "Schallqual"; "unspektakuläre Powerchord-Begleitungen und monotone Songstrukturen"; – wofür gibt es hier die 5 Punkte? Eine durchschnittliche Scheibe sollte 5 bekommen, eine definitiv schlechte wie die hier sollte 2 oder 3 Punkte kriegen. Ich sag das bloss, weil in letzter Zeit der Durchschnitt bei metal.de wieder bei 7 Punkten liegen dürfte – und das macht für mich als Leser die Wertung ziemlich überflüssig da aussagelos… | Greg

    5/10