Fake Idols - Fake Idols

Review

Zugegeben, die machen schon ordentlich Druck. Gerade in den ersten Songs dreht die Gitarrenfraktion der Italiener FAKE IDOLS auf und präsentiert dicke Riffs (“One Way Trip”), elegante Leads (“Switch”) und gelegentliche Soli (“When The Curtain Closes”). Recht cool ist auch der giftige Gastgesang von CRUCIFIED BARBARAS Mia Coldheart in “My Hero”.

An den Sound dieser Schwedinnen und überhaupt die Achtziger und Lederhosen denkt man hier trotzdem eher weniger, da sind die moderne Produktion, einige elektronische Spielereien sowie vor allem der Gesang von Claudio Coassin davor. Melodisch, aber leicht verzerrt erinnert dieser von seiner Klangfarbe und Intonation her mitunter an denjenigen von LINKIN PARK respektive deren Epigonen. Bei aller vordergründigen Aggressivität ist dem Vortrag dabei immer eine gewisse unterschwellige Melancholie eigen, die beständig Gefahr läuft, auch mal in leidende Weinerlichkeit umzukippen (“Far From My Widow”).

Hierdurch bekommt der energische Rock eine dicke Alternative-Kante und zeigt damit dem aktuell vielerorts betriebenen musikalischen Blick zurück den Mittelfinger. Eigenständig wird die Darbietung der FAKE IDOLS damit aber noch lange nicht. Gerade dieser zentral platzierte und mitunter penetrante Gesang zwischen diversen berüchtigten Neo-Grunge-Combos, ein bisschen Wut und Emo lässt die Songs der Truppe in meinen Ohren recht zügig im Sumpf der Austauschbarkeit versinken. Entsprechend setzt das verrockte “My Favourite Game” von den CARDIGANS auch wenig neue Akzente.

Die vom ursprünglichen Ansatz her gar nicht mal so weit entfernten AUDREY HORNE, die mittlerweile jedoch deutlich deutlicher Richtung Classic Rock tendieren, sind somit noch ein gutes Stück voraus. Handwerkliches Können, einiges an Energie und solide Songs sind der Band dennoch nicht abzusprechen. Und vielleicht ist das auch einfach nicht meine Tasse Schnaps oder ich bin einfach alt und ignorant.

Durchaus möglich, dass ich das Besondere der Gang überhöre, die FAKE IDOLS demnächst zu Spotify-Stars mutieren und das Jungvolk zum kollektiven Tanz animieren.

19.04.2014

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