Fantoft - The Chronicles Of Hate

Review

Böses Bandfoto und -logo? Check! Böser Albumtitel? Check! Böser Bandname? Check! (FANTOFT war eine der Kirchen, in denen Herr Vikernes in den Neunzigern ein Streichholz fallen ließ.) Pseudo-stimmungsvolles Intro mit Akustikgitarre und Streichern? Check! Ergo: Man ahnt Schlimmes, man befürchtet die nächste generische Black-Metal-Band … und na ja, so wirklich großartig ist “The Chronicles Of Hate” nun auch nicht, aber es ist zumindest besser als zunächst angenommen und es kann wesentlich mehr als die Alben vieler anderer Bands, die auf den ersten Blick einen ähnlichen Eindruck machen.

Denn wenngleich der melodische, alles in allem klassisch gehaltene Black Metal der Leipziger weder etwas Neues noch etwas wirklich Eigenes bietet, und wenngleich zum Großteil nur ein Tempo (nämlich Uptempo) durchgezogen wird und “The Chronicles Of Hate” so gegen Ende etwas eintönig wird, können FANTOFT immerhin mit einigen gut funktionierenden Songs punkten. So geht zum Beispiel “Crushing The Bones With Hate” gut nach vorne weg, “Lucifer’s Kingdom” erinnert ein wenig an mittelalte GORGOROTH-Meisterwerke (nur schneller) und lässt in Erinnerungen schwelgen, das abschließende “My Last Days” kommt mit ein paar wirklich schicken Leads und gegen Ende mit dem einzigen wirklich stimmungsvollen Part daher. Wie gesagt, im Grunde alles nichts Besonderes, das meiste aus Skandinavien (mal eher aus Schweden, mal eher aus Norwegen) abgeguckt, aber ein paar ordentliche Kompositionen haben FANTOFT durchaus in petto.

Bei ein paar Dingen frage ich mich nach wie vor nach dem Sinn – das Album in drei textliche Teile einzuteilen, wenn man die Musik kein Stück anpasst bzw. nicht dafür sorgt, dass sich das musikalische und das textliche Konzept ergänzen zum Beispiel, oder auch warum jede, wirklich jede dieser Bands mit einem so uninspirierten Intro um die Ecke kommen muss -, aber na gut: Die Songs haben für sich gesprochen, bei allen Kritikpunkten bleibt der positive Gesamteindruck erhalten. Einmal mehr hat sich ein Album vor allem eine Bezeichnung verdient: nett!

16.03.2014

Textchef.

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