Finnr's Cane - A Portrait Painted By The Sun

Review

Drei Jahre, nachdem sie ihr Debütalbum “Wanderlust” veröffentlicht haben, kommen die Kanadier FINNR’S CANE mit ihrem Zweitwerk um die Ecke, das auf den Namen “A Portrait Painted By The Sun” hört – Sonne? Porträt? Schönheit, Licht? Am Ende noch Gott?
Na, ganz so schlimm ist’s dann doch nicht: Irgendwo zwischen verträumter, tiefgehender Post-Stimmung und schleppend-doomigem Black-Metal-Riffing schaffen es die zwei Herren und eine Dame, ein atmosphärisches, eher winterliches denn sommerliches Album zu kreieren, das letztlich nur daran krankt, dass es den einen oder anderen wirklich zwingenden Moment vermissen lässt.

Denn aus atmosphärischen, auch düsteren Post-Momenten einerseits und harschen Black- und Doom-Metal-Anteilen andererseits haben FINNR’S CANE sich ihren Sound gebastelt, der stets darauf bedacht ist, Bilder im Hörer zu wecken, eine Stimmung auszubreiten, Gefühle zu transportieren. Allerdings verlieren sie sich dabei teilweise ein bisschen in ihrem verträumten Spiel und versäumen es, “A Portrait Painted By The Sun” hin und wieder mit einer Art Klimax auszustatten – atmosphärisch ist das Album ganz bestimmt, sicher, aber die Atmosphäre läuft nirgendwo hin. Statt einem Spannungsbogen präsentieren FINNR’S CANE quasi eine “Spannungsebene”, eine Fläche, auf die sie ihre Hörer führen und dann stehen lassen, ohne ihnen ihre Sehenswürdigkeiten zu zeigen.

Natürlich ist “A Portrait Painted By The Sun” damit kein schlechtes Album, ganz im Gegenteil. Songs wie der im wahrsten Sinne wunderschöne Opener “This Old Oak” mit seinem dezent eingesetzten Piano und dem intensiven Klargesang, das zunächst etwas flottere “A Promise In Bare Branches” oder “Time Is A Face In The Sky”, einem Song mit purem Gänsehautfaktor, machen klar, dass FINNR’S CANE auf jeden Fall Könner sind, wenn es darum geht, Stimmung zu erzeugen. Wie gesagt, es wären eben nur ein paar Bonbon-Momente hier und dort nützlich gewesen, um dieses Album zu einem wirklich großartigen Stück zu machen – viel hätte nicht gefehlt.

20.11.2013

Textchef.

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