Forgotten Tomb - ...and Don't Deliever Us From Evil...

Review

Jetzt sprudeln die Ideen bei den Italienern. Oder die Kasse ist knapp. Nachdem in der Folge von “Negative Megalomania“ ganze vier Jahre Funkstille um die Südeuropäer war, schieben sie nach ihrem letztjährigen Album direkt eine weitere Scheiblette hinterher. Und was man zumindest festhalten kann: “…and Don’t Deliever Us From Evil…“ ist auch kein Schnellschuss geworden, obgleich die Platte durchaus zwei Gesichter offenbart. Sogar zwei recht krass gegensätzliche Identitäten, was die qualitative Ausrichtung des Werks angeht. Hätten sich die Jungs um Fronter Herr Morbid vielleicht etwas mehr Zeit genommen und die Füller ausgemerzt, so hätte das sechste Album ein gewaltiger Paukenschlag werden können. Können.

Stilistisch arbeiten FORGOTTEN TOMB in ihrer Neuzeit nach wie vor in einer dreigleisigen Kerbe zwischen einem Fünkchen Gothic Metal, einem leicht doomigen Anstrich und einer schwarzmetallischen Hülle. Mit “Nullifying Tomorrow“ hätte der Einstieg kaum leichter fallen können, schließlich ist der Opener bereits ein Brecher, der all diese Charakteristiken zu einem wahnsinnig stimmigen Ganzen zusammenfügt. Das Midtempo-Stück lässt eine schwermütige Stimmung aufkommen und die seichten Riffs versetzen den Hörer in ein atmosphärisches Meer aus Wehmut und Melancholie. Dass der gute Morbid hinter dem Gebetsständer auch ein äußerst variables und stets hochwertiges Stimmchen hervorpressen kann, ist schon länger bekannt, doch auf “…and Don’t Deliever Us From Evil…“ klingt der Fronter tatsächlich noch ein wenig fokussierter.

Der Nachfolger “Deprived“ trifft immer noch meinen Nerv, auch wenn auf eine ganz andere Weise. Der Song arbeitet mit einem ungewohnt hohen Maß an Groovefaktor und lenkt damit auch die Atmosphäre weg von depressiver Schwerfälligkeit in eine irgendwie aktiver wirkende Richtung. Dann ist erstmal Schluss. In der Folge spielen FORGOTTEN TOMB ihren Stiefel zweifelsohne sehr solide runter – keine Frage. Doch die folgenden vier Tracks verlieren sich allesamt in ausgedehnter Höhepunktslosigkeit und präsentieren schlichtweg nicht mehr als guten Durchschnitt. Anders wird das nochmal mit dem extrem passenden Rausschmeißer “Adrift“, wo Herr Morbid dann erstmals auch seine geniale Clean-Stimme auspackt. Der emotionale Schlusspunkt macht das Ganze schließlich zu einer runden Sache, allerdings überkommt einen manchmal das Gefühl einer Hohlkugel. 

28.10.2012

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