Fozzy - All That Remains

Review

Galerie mit 28 Bildern: Fozzy - Rockharz Open Air 2011

Zuschauer der Dumpfbacken Sportart „Wrestling“ werden wissen, welcher „Star“ sich hinter der Band Fozzy verbirgt. In einem muskulösen Haufen von Dünnbrettbohrer, der sich dämlich vor der Kamera herumkloppt und kleine (oder auch große) Kinder glauben lassen will, dass alles gar keine Show sei, sondern wirklich echt, schlummerte ein Gesangstalent, das sich seit einiger Zeit durch härtere Rockmusik verwirklichen kann. Die Rede ist von Chris Jericho. Lieferte er mit seiner Band Fozzy zunächst ein Cover Album ab, was überflüssig war wie ein Kropf, so präsentiert er mit „All That Remains“ nun immerhin zehn Songs der Marke Eigenkomposition. Macht der Kerl eigentlich noch seinen Mattensport? Wen interessiert’s.
Denn wirklich mehr als solide Rock/Metal Songs werden dem Hörer aufgezeigt, doch bei aller Qualität, sie begeistern nicht wirklich bis in die letzte Haarspitze. Stücke mit lockeren Gitarrenriffs und eingängigen Melodien bestimmen das Anfangsbild, die Platte will noch nicht so Recht in Gang kommen. Der erste fette Bodyslam wird erst mit „The Test“ geboten, der doch wesentlich besser zu der Einstellung der Zerstörungsmaschine aus Amiland passt, genauso wie „Born Of Anger“. Nervig ist aber, dass Fozzy auch hier die Finger von der Melodieschiene nicht lassen können. Ähnlich ist es beim groovigen „The Way I Am“, wo sich Licht und Schatten bei der Strophe bzw. dem Refrain abwechseln – doch auch inklusive eines sehr feinen Solos.
Herr Jericho, der ein ausgesprochen starkes Stimmorgan besitzt, das streckenweise an Ozzy Osbourne erinnert, ist jedoch nicht das einzige bekannte Gesicht aus der Band. Neben ihm steht noch STUCK MOJO-Gittarist Rich Ward auf der Matte. Zudem haben auch Zakk Wylde (Ozzy Osbourne), Marty Friedmann (Ex-Megadeth) und Marc Tremonti (Creed, Alter Bridge) mitgewirkt – ein kleiner Royal Rumble also, um mal im Fachjargon zu bleiben.
Ein fett produzierter Ami Hard Rock (mit Hang zum Metal), bei dem der fast obligatorische HipHop Crossover Song „It’s A Lie“ und ab und zu ein paar Bitches, die gerne und auch gut ein paar Strophen übernehmen dürfen, nicht fehlen sollten. Nicht schlecht für einen, der vor lauter Stiernacken nicht nach hinten schauen kann.

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14.02.2005

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