Gotthard - Heaven – Best Of Ballads (Part 2)

Review

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Was 1991 im schweizerischen Lugano begann, fand am 05. Oktober 2010 ein jähes Ende: Steve Lee starb völlig unerwartet bei einem Unfall während einer Motorrad-Tour durch die Vereinigten Staaten. Der charismatische Eidgenosse war Frontmann einer Band, die wie keine zweite für den guten Hard Rock seiner Heimat stand: GOTTHARD. Was aus dieser jetzt wird, ist noch nicht klar. Jedoch hat ihr Label Nuclear Blast mit “Heaven – Best Of Ballads(Part 2)“ eine Balladensammlung heraus gebracht, die an “One Life, One Soul“ aus dem Jahr 2002 anknüpft.

Logischerweise liegt also auch der Schwerpunkt des Inhaltes dieser Compilation auf der Ära nach der Trennung von Produzent Chris von Rohr (KROKUS). Aus seiner Zeit haben es nur die beiden Übernummern “One Life One Soul” und “Heaven” auf die Scheibe geschafft. Die Trennung von Chris aufgrund musikalischer Differenzen war der einzige größere Umbruch in der Geschichte der Band. Dieser führte aber lediglich dazu, dass sie den Spagat zwischen knackigen Rock-Tracks und ruhig-gefühlvollen Balladen schaffte. Ansonsten blieben die Schweizer von Umbrüchen oder Skandalen weitestgehend verschont. Und die Combo, die mit Steve Lee, Leo Leoni, Marc Lynn und Hena Habegger aus den wohl besten Musikern des Alpenlandes bestand, ging aus dieser einzigen Querele ihrer Historie sogar noch gestärkt hervor. Denn eigentlich war sie in der Zeit nach 2003 auf ihrem musikalischen Höhepunkt: Fans kamen ihr sowohl aus dem Lager derjenigen zu, die heftigen Hard Rock bevorzugen, als auch von Liebhabern radio-kompatibler Balladen.

Da GOTTHARD nach 2003 aber nur noch vier Scheiben auf den Markt gebracht haben, scheint es nur logisch, dass die Masse der Songs auf dieser Best-Of von “Lipservice“ und “Domino Effect“ stammt. Denn Stücke wie “Where Is Love When It’s Gone“ oder “And Then Goodbye“ entfesseln eine enorme Bandbreite an Emotionalität. Dabei war es nicht zuletzt die unnachahmliche Art, auf die Steve Lee sang, die den Hörer mitten in diese Welten hinein zog. Seine warm-charismatische Stimme hat den Songs Herz und Seele verliehen und somit auch nicht ganz unwesentlich zum traumhaften Erfolg des Quintetts beigetragen, das in seiner Heimat mit Platin, Doppelplatin und sogar Dreifachplatin ausgezeichnet wurde. Auch ihre Singles waren regelmäßig auf den vorderen Plätzen der Charts zu finden und letztendlich hat es der Song “Heaven“ – der mit seinem Text wie kein zweiter die Gefühle von Fans und Freunden der Band nach Steves tragischem Tod beschreibt – nach neun Jahren geschafft, noch ein zweites Mal auf Platz 1 der Schweizer Single-Charts zu landen.

Aber auch vom letzten regulären Album “Need To Believe“ finden sich auf “Heaven – Best Of Ballads(Part 2)“ gleich vier Nummern. Wen wundert es auch, sind doch Lieder wie “Unconditional Faith“ oder “Tears To Cry“ genau jene ruhigen und nachdenklichen Stücke, welche der Band zu nationalem und internationalem Erfolg verholfen haben. Und so erreichte dieses Album im Jahr 2009 sogar eine Top 10-Platzierung in Deutschland, während die Topplatzierung im Alpenstaat seit “Dial Hard“ aus dem Jahr 1994 sowieso obligatorisch war.
Aber natürlich schwelgt diese Scheibe nicht nur in wunderbaren Erinnerungen, sondern zeigt auch einige neue Facetten von GOTTHARD. Wunderbar geraten sind dabei die Piano-Version von “Have A Little Faith“ und die akustische Variante von “Falling“, die beide noch nie vorher veröffentlicht wurden. Fans der Band dürfen sich zudem sogar über eine neue Nummer freuen: “What I Am“ war eigentlich schon für das letzte Album “Need To Believe“ geschrieben worden, hat nach Aussagen von Gitarrist Leo Leoni jedoch einfach nicht in das Konzept dieser Scheibe gepasst. In jenes der vorliegenden Best-Of passt es hingegen ausgezeichnet: Das Quintett zeigt noch einmal seine nachdenklich-emotionale Seite und zaubert auch mit dieser Nummer jene Magie aus den Boxen, die Klassikern wie “Heaven“ oder “Don’t Let Me Down“ zu eigen sind.

Schon an der Tatsache, dass diese Perle der Rock-Balladen überhaupt existiert, erkennt man, dass die fünf Musiker noch lange nicht ans Aufhören gedacht hatten. Doch nach dem alles verändernden Schicksalsschlag am 05. Oktober 2010 wird die Band, die nach einem Gebirgsmassiv in den Alpen benannt ist, nie wieder dieselbe sein. “Heaven – Best Of Ballads (Part 2)“ stellt einen würdevollen Abschied von dieser Ära und eine wundervolle Hommage an Steve Lee dar. Wir sollten ihm und GOTTHARD danken, dass sie uns so wundervolle Songs geschenkt haben.

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01.12.2010

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