Hammer Of Gore - Uglified

Review

Die Sauerländer HAMMER OF GORE spielen absolut uninnovativen, aber trotzdem mächtig gefälligen Death Metal. Der hauptsächlich (aber nicht ständig) im Midtempo angesiedelte Sound der Band ist trotz akuten Zitatwahns stellenweise richtig mächtig und für eine in vollkommener Eigenverantwortung eingezimmerte Scheibe grandios produziert. Es gibt zwar wenig bis keine Gitarrenleads oder -soli, aber wen stört das schon, wenn gewaltige, rifflastige Energie Trumpf ist? Bei “Uglified” wird geröchelt und gezimmert, dass es eine wahre Pracht ist, und wenn wir mal ganz ehrlich sind: Sonderlich viel Klasse fehlt den Jungs nicht zu einer Szenegröße wie SIX FEET UNDER, die seit gefühlten Jahrzehnten nichts großartig Anderes macht und damit die Welt bereist. Chris Barnes’ Zombiekolonne ist auch musikalisch ein recht passender Vergleich, HAMMER OF GORE halten is in der Regel simpel und lassen technische Kabinettstückchen außen vor. Auch Max’ erstklassige, tiefenbetonte Growls klingen eher nach dem blutrünstigen Zottelkopf als nach anderen Death Metal-Frontern. Das heißt jedoch nicht, dass während der knapp 40 Minuten Langeweile aufkommt, denn die Band hat genug Ideen, um vor allem im Riffbereich mit einigen Highlights zu glänzen.

Mitunter werden bei den Sturmkommando-Gitarren auch Erinnerungen an ENTOMBED wach, Rock n Roll und Punk sind nich spurlos an den Musikern vorüber gegangen. Für vielseitige Musikhörer, für die Death Metal nur eines von vielen Genres ist, das vielleicht wichtigste Argument: Jeder Song hat seinen eigenen Charakter, “Uglified” ist keine eintönige, monotone Schlachtplatte, deren Faszination womöglich nur für Death-Die-Hards wirklich zu erkennen ist. Die Scheibe trieft vor gelungenem Songwriting und mitreißenden Songs, und das von Vorne bis Hinten. Egal, welchen Song man auswählt, irgendein richtig geiles Riff ist immer dabei. Meine persönlichen Highlights sind wohl “Worship The Kill”, “Zombies In The Morgue” und das von einer infernalischen Gitarrenwand getragene “Cannibalistic Shitlover”, die beinahe schon Hookline-lastigen “Prenatal Alcoholic” und “Splatter & Beer” sind Anspieltipps für die andere Facette der Band.

Wie man es dreht und wendet: “Uglified” ist ein überzeugendes Debüt, das für die Zukunft Hoffnung macht. CANNIBAL CORPSE und Co. legen in diesem Jahr natürlich Messlatten, die für Newcomer in einem ohnehin schon überlaufenen Genre schwer zu erreichen sind, aber HAMMER OF GORE kommen dem Ziel schon verdächtig nahe. Ein klein bisschen mehr Innovation noch, dann steht beim nächsten Mal mindestens die Acht.

24.03.2012

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