Headshot - Synchronicity

Review

Die Thrasher von HEADSHOT sind zäh wie Leder und lassen sich nicht so schnell unterkriegen. Bei der seit 1993 aktiven Formation kam das Besetzungskarussell zwar schon des Öfteren in Fahrt, doch man konnte die vakanten Plätze immer mit talentierten Musikern besetzen, sodass dies nie zum Nachteil wurde. Nachdem im Jahre 2008 auch Sänger Andi die Band verließ, verkörpert Olaf Danneberg jetzt also das einzig verbliebene Gründungsmitglied. Die Mikrofonmembran wird seitdem von Daniela Karrer auf die Probe gestellt. “Synchronicity“ lautet der Name des ersten Albums mit Dame im Bandgefüge.

Knapp 50 Minuten wird der geneigte Hörer mit waschechtem Thrash Metal verwöhnt. Dabei wird eine sehr große Bandbreite abgedeckt. Songs wie der Opener “Fallen From Grace“ und das darauf folgende “Hell Remains“ sind Bay-Area-beeinflusste Kracher, die von vorn bis hinten durchballern, und mit ihren schnellen Gitarrenriffs nicht selten an EXODUS erinnern. Auffällig ist dabei das variable Schlagzeugspiel, denn es werden hin und wieder kleine Rhythmusvariationen eingebaut, die das Ganze interessant machen und nicht ganz so abgedroschen wirken lassen. HEADSHOT können aber auch anders! Auf einigen Songs, beispielsweise dem Midtempo-lastigen “Intensify My Fear“, präsentiert sich das Quintett von seiner melodischen Seite, was mir persönlich ganz gut gefällt, denn gerade die melodischeren Tracks haben besonderen Wiedererkennungswert.

Auch technisch hat die Formation einiges auf dem Kasten, das wird insbesondere bei den teilweise sehr ausladenden, über weite Strecken zweistimmigen Gitarrensoli deutlich. Für Gitarren-Freaks wird das möglicherweise einen Pluspunkt darstellen, für mich schlagen die Gitarristen aber leider etwas über die Stränge und übertreiben es mit ihren überlangen Solo-Passagen. Auch fehlt es an manchen Stellen am nötigen Drive. Manche Lieder wollen einfach nicht so richtig zünden. Vor allem die Stücke mit Überlänge sind teils zu langatmig. Beim Titeltrack beispielsweise wurde man offensichtlich stark von ANNIHILATOR inspiriert. Ein langer, melodischer Zwischenteil hat sich dort eingeschlichen und sich gehörig breit gemacht. Leider werden hier zu viele verschiedene Riffs verwurstet, sodass die Chose nicht prägnant genug ist. Weniger weitschweifig kommen die Nummern “State Of The Art“ und “In Silence“ daher. Da werden einfach Nägel mit Köpfen gemacht und in jeweils gut drei Minuten ordentlich die Sau raus gelassen. Griffige Tracks, die das Thrasher-Herz erwärmen! Hiervon bräuchte es auf “Synchronicity“ etwas mehr. Doch zu oft wird das Tempo herausgenommen.

Obwohl die Braunschweiger manchmal vergessen, die Handbremse zu lösen, ist “Synchronicity“ ein sehr ordentliches Album geworden. Ihr dürft also durchaus mal reinhören, wenn es euch im Plattenladen in die Hände fällt!

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12.07.2011

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