Hopeless? - Time To Play

Review

Mit Staunen liest man das Statement von HOPELESS? auf deren Website: Ursprünglich hatte der Bandname den Zusatz “The Bankrockers”, weil die Band tatsächlich aus Bankern besteht und die Anzüge somit ausnahmsweise keinen showtechnischen Hintergrund haben, sondern Berufskleidung sind. Außerdem werden alle Erträge der Band in gemeinnützige Projekte gespendet – alles in allem hört sich das somit ziemlich spießig und nach nettem Elternrock an. Aber man soll ja keine Vorurteile haben, und außerdem sind die Jungs (darf man das hier so salopp sagen?) ja bestimmt nicht umsonst bei Revolver Distribution gelandet: Also mal reingehört.

Einige rock’n’rollige Stücke mit einem Schuss Frechheit sind auf der Platte tatsächlich zu finden, beispielsweise gleich der Auftakt “Back Off” oder “Chocolate City”, aber die Übermacht liegt eindeutig bei rockig-poppigen Stücken wie “Dumped” oder “Wasting Time”, das etwas an diverse amerikanisch Teeny–Drama–Komödien erinnert. Eine nette Abwechslung zwischendurch bietet “Hopeless Dreams”, das Stück rockt, groovt, hat ein schönes Solo und einige Bläser, was es zum potentiellen Tanzflächenstürmer des Albums erhebt. Leider findet sich darauf gleich die Radioschnulze “Something New”. Zum großen Bedauern ist es wirklich nicht mehr als das.
Letztendlich musste ich feststellen, dass mir die netten Herren von HOPELESS? eigentlich die Arbeit weggenommen haben: Auf ihrer Homepage ist jeder einzelne Song der Platte mit Genreeinordnung, Einflussbestimmung und allem anderen, was man sonst noch wissen wollen könnte, kommentiert. Aber es ist trotzdem schön, seine eigene Einschätzung noch einmal von den Künstlern bestätigt zu wissen: Von Rock bis Pop ist hier alles dabei, HOPELESS? haben ein sehr breites Repertoire, sind nur eben ziemlich kommerziell ausgerichtet und daher leider auch nicht sonderlich aus der Masse hervorstechend. Technisch ist zwar alles gut und schön, man merkt, dass hier nicht einfach in irgendeinem Hinterkeller mal irgendwas gemacht wurde – die Songs sind durchdacht und jeweils mit der ein oder anderen Feinheit versehen, aber das Chaoselement, das das Ganze herzlich macht, fehlt mir etwas. Auch die Stimme ist angenehm und sauber, nur eben nicht sonderlich markant.

Aber wer es netter mag oder noch ein Geburtstagsgeschenk für die ansonsten BON JOVI und AEROSMITH hörende Mama sucht: HOPELESS? sind gerade auf Tour. Wie wäre es zum Beispiel mit Karten für den Gig im November in Frankfurt?

24.08.2012

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