In Flames - Battles

Review

Galerie mit 20 Bildern: In Flames - In Flames - Europatour 2015

Es ist wirklich schwierig, anno 2016 noch einen originellen Einstieg in eine IN FLAMES-Review mit Mittelmaß-Bewertung zu finden – schließlich ist “Battles” nicht das erste Album, bei dem die Erwartungshaltungen der alten Fans der Band im Keller sind. Sicher, “A Sense Of Purpose”, “Sounds Of A Playground Fading”, “Siren Charms” – alles Alben, die ein paar Fans hatten, aber auch alles Alben, die eher gemischte, meist aber mittelmäßige Kritiken einfuhren. “Battles” wird sich mit großer Sicherheit in diese Reihe stellen, denn einmal mehr präsentieren die IN FLAMES der 2000er ein Album, auf dem sich ein paar nette Tracks finden – mit “The End” gibt es sogar einen richtig guten Song -, das aber zum Großteil zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus geht.

IN FLAMES präsentieren auf “Battles” einige ordentliche und einen richtig guten Song …

Denn ja: Das bereits bekannte “The End” kann was. Klar, ein Kinderchor im Refrain, spärlich eingesetzte Harsh Vocals, mega-eingängige Hooks – dafür hätten die Fans der Melodic-Death-Metal-Tage IN FLAMES vor ein paar Jahren noch geohrfeigt, aber heute nimmt man ja, was man von dieser Band an guter Musik kriegen kann. Und in der Tat: “The End” geht mit seinem Refrain gut ins Ohr, Harsh Vocals konnte Anders Fridén zwar schon mal besser, aber der Song erinnert angenehm an die noch-ganz-okayen IN FLAMES-Alben der frühen Zweitausender, vor allem auf “Soundtrack To Your Escape” hätte der Song zwischen “The Quiet Place” und “Borders And Shading” ganz gut gepasst.

Und auch sonst haben IN FLAMES auf “Battles” ein paar ganz anständige Tracks in petto. “In My Room” ist zum Beispiel ein netter Modern-Metal- bzw. Modern-Rock-Song mit Refrain, der hängen bleibt. “Through My Eyes” ist das flotteste Stück auf “Battles”, im Grunde wärmen die Schweden hier das Prinzip von “Take This Life” (von “Come Clarity”) nochmal auf: Harter, schneller Metal in den Strophen, gepaart mit einem zuckersüßen Refrain, der aber durchaus gut ins Ohr geht. Nett. Und “Save Me” als Rausschmeißer hat zwar eine furchtbar klebrige Bridge, aber einen ordentlichen Refrain – muss nicht, kann man aber machen.

… aber auch einige stumpf berechnete Plastiksongs

Aber das ist eben nur die eine Seite von “Battles”, denn ungefähr im gleichen Maße haben IN FLAMES auch Songs auf das Album gestellt, die weniger überzeugen. Dabei kann man nicht einmal von “Füllmaterial” reden, denn es klingt so, als stünde die Band hinter dem, was sie da gemacht haben – und damit stellen sie sich im Brunftton der Überzeugung hinter Songs, die kaum plastikhafter sein könnten. Songs, die spürbar geschrieben wurden, um die Heavy Rotation in den Rockshows der weltweiten Radiosender mitzumachen.

“Like Sand” ist dabei noch einigermaßen okay, das schleppende, melodische Mainriff kann ein bisschen was. Kommt aber nur in ein paar Momenten vor, die Bridge bemüht sich mit diesen gepressten Schreien, die Anders neuerdings Shouts nennt, um Härte, der Refrain aber ist so unfassbar poppig und rundpoliert, dass das bisschen Aggression der Bridge verpufft. Bei “The Truth” könnte nicht nur der Beginn aus einem x-beliebigen Dance-Pop-Song stammen, nein, denkt man sich beim Rest des Songs die (auf “Battles” eh stark in den Hintergrund gemischten) E-Gitarren weg, dann wäre es für Radio Antenne keinerlei Problem, den Song zur besten Sendezeit auszustrahlen. Der Tiefpunkt des Albums ist erreicht – zumindest bis der Titeltrack des Albums ertönt und nicht ganz so weichgewaschen klingt, aber auch nicht viel härter zupackt.

80 Prozent bleiben nicht hängen

“Battles” ist eben ein Album, das hörbar mit Einkommensrechnung im Hinterkopf geschrieben wurde. IN FLAMES präsentieren mit dem Album auch einige ordentliche Songs, aber rund die Hälfte des Albums ist kaum noch als Metal, teilweise nicht einmal mehr als “Rock” zu bezeichnen. Und ja, ich weiß, Musik ist nicht grundsätzlich schlecht, bloß weil sie kein Rock oder Metal ist – aber wenn sie dermaßen platt auf Airplay geschrieben ist, dann kann da eben keine großartige künstlerische Vision hinterstecken. Das erklärt dann halt auch, warum 80 Prozent des Albums nach ein paar Durchläufen kaum im Kopf bleiben. “Battles” ist ohne Ende mittelmäßig, der gute Eindruck des netten Openers “Drained” und des ziemlich guten zweiten Tracks “The End” – der wohl beste IN FLAMES-Song seit 2004 – wird durch das Ärgernis geschmälert, dass sich der Hörer die Rosinen auf dem Album zusammensuchen muss.

02.11.2016

Textchef.

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10 Kommentare zu In Flames - Battles

  1. daniel sagt:

    ich muss ganz ehrlich sagen das ich milde gesagt extrem enttäuscht bin was meine einst lieblingsband da für einen poppigen ultra main stream schrott da raus bringt !! könnte schreiend weg laufen !! gott sei dank gibt es heaven shall burn !! ne stephan du hast dich sehr fair verhalten mit deiner kritik !!

    3/10
  2. Auricom sagt:

    Erbitte Definition von “Brunftton”. Danke 😛

  3. greedo sagt:

    ich steure mal einfach dagegen.
    mir gefallen die letzten wie auch das album sehr gut. es nervt, wenn das review sich auf alte alben bezieht. das war ja bei paradise lost das gleiche. ewiges bashing weil stilrichtungs änderung. dabei waren die alben bei weitem nicht schlecht. es ist einfach anders. und das ist gut so.
    wer das vermisst, kann sich ja bei soilwork nachschlag holen…

    8/10
  4. y34rz3r0 sagt:

    Geht’s noch herzloser?

    Ich muss mich leider den Kommentaren und auch dem Review anschließen. Zwar begrüße auch ich es, wenn sich Bands mit ihrem Stil, ihrer Musik und damit auch in ihrer Kreativität weiterentwickeln, eine Eigenschaft, die ich insbesondere bei In Flames immer begrüßt habe. Allerdings muss nicht jede Entwicklung auch immer positiv sein!

    Dass es sich bei “The End” um den besten IF Song seit 2004 handeln soll lassen wir mal so dahingestellt (da war noch 2006 Come Clarity).

    Alles in allem: Viel Glück auf eurem Weg ihr Recken von In Flames, allerdings mich habt ihr nun endgültig aus den Reihen der aktiven Fans vertrieben!

    3/10
    1. Sane sagt:

      und ich dachte,sie könnten mich evtl zurück gewinnen, aber ganz ehrlisch?nää!
      In Flames ohne Jesper Stromblad ist so wie metallica ohne hetfield.Seit es mit ihm bergab ging ist In Flames grad mitgegangen.
      Ich nutze meine Enttäuschung einfach indem ich mal wieder jester race,colony und die alles überragende clayman auflege.
      Schade,ich dachte wirklich sie hätten es gerafft…

  5. Werner667 sagt:

    weiß auch nicht genau, was alle haben….sind doch richtig gute pop-songs geworden…

    spaß bei seite, besser wie the jesper race und clayman wird nichts eh nicht mehr

  6. Jaymz sagt:

    Awesome!

    10/10
  7. metalfreak sagt:

    Es ist schon interessant da gehen In flames zu Howard Benson das neue Album produzieren einem Herrn der mit richtigem Metal so gut wie ueberhaupt nichts am Hut hat, und dabei kommt eine Produktion raus die so harmlos und laecherlich klingt also einen noch schlechteren Sound hat nur noch letzte Iron maiden, ganz nach dem Motto umso groesser die Band umso schlechter der Sound. Eine Band die Metal hits ala Cloud connected oder alias rausgehauen hat kommt mit so einer pop rock scheibe daher, the truth ist der einzige Song der wirklich ueberzeugt alles andere faengt nach einmal hoeren schon an ziemlich nervig zu werden,Leute die Inflames nicht kennen sollten gescheiter zu Clome Clarity oder Whoracle greifen.Erfolg hat man trotzdem egal wie belanglos man geworden is.t

    4/10
  8. Thrashmad sagt:

    Zeit die Band zu Grabe zu tragen… so eine unverschämte Platte hat nichts mehr mit Rock Musik zu tun- das klingt sogar schlechter als so manche Radio Pop Band und befindet sich auf dem Niveau eines Justin Bieber. Sorry- aber sogar Linkin Park kann diesen Stil nunmal besser

    2/10
    1. daniel sagt:

      da bin ich voll und ganz bei dir !!!!! erschreckend !!! 👍😬