Janne Westerlund - There's A Passage

Review

Der finnische Musiker JANNE WESTERLUND ist schon seit einigen Jahren einer der kreativen Köpfe hinter CIRCLE und somit ein abgebrühter Hase, der alle Nase lang Alben veröffentlicht. Auch beim Nebenprojekt FALCON (ex-CIRCLE) war er mit dabei und hat durch seine charismatische Stimme den Song “Horses” zu einem der besten Songs 2013 gemacht. Ernsthaft. Klar, dass solch ein umtriebiger Musiker nicht ein, zwei oder drei Bands am Start hat, sondern auch solo Platten veröffentlicht. “There’s A Passage”, das neue Werk, ist demnach natürlich nicht das Debüt, sondern bereits Album Nummer vier.

JANNE WESTERLUND hat den Blues in der Stimme

Umtriebig ist er, wie gesagt. Einer, der weiß, was er tut, auch. Und einer, der etwas zu sagen hat. Jedenfalls heißt es vom Vorgängeralbum “Marshland”, dass es Finnlands düsterstes Bluesalbum gewesen sei. Eins, das “There’s A Passage” gleich ein wenig positiver erscheinen lässt. Jedenfalls ein wenig. Denn auch wenn dem Opener “So Messed Up” (abgesehen vom Text) etwas Feierliches anhaftet, hat der Mann ganz schön den Blues in der Stimme. Unperfekt klingt sie, sonor, tiefgründig. Gelebt, aber noch nicht verlebt. Wenn JANNE WESTERLUND seine Akustikgitarre rhythmisch anschlägt und perkussive Elemente hinzukommen, verleiht das den Songs einen leicht rituellen Touch (“Sick Child”). “Kuoleman lautturin tytär” wiederum ist dramatisch – fast so, als ob sich gerade die Wolkendecke öffnet und man den gesamten Horizont überblickt. Wäre da nicht WESTERLUNDs gebrechliche Stimme. “Days Of Love” und “Ydinaukio” klingen wiederum hoffnungslos. Also so richtig hoffnungslos.

Vielseitig ist “There’s A Passage” also, selbst wenn die eingesetzten Instrumente überschaubar sind: Akustikgitarre und Stimme, dazu vereinzelt Bass und Schlagzeug. Und auch wenn nicht jedes Lied objektiv gesehen großartig ist, lässt das Album den Hörer nicht kalt. Es berührt, selbst wenn das Gefühl Unbehagen ist. Insofern ist JANNE WESTERLUND unterm Strich ein gutes, vor allem aber ehrliches Album gelungen.

16.02.2017

- Dreaming in Red -

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