Jesu - Infinity

Review

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Justin Broadrick ist bekanntlich der alleinige Meister bei JESU und wird vornehmlich auf den regulären Alben von Ted Parsons (Ex-SWANS, Ex-PRONG) an den Drums sowie Diarmuid Dalton an den vier Saiten ergänzt. Die JESU-EPs wurden größtenteils von Broadrick komplett im Alleingang aufgenommen, was ausnahmsweise auch auf “Infinity” zutrifft, ein Album, das mit dem gleichnamigen, rund 50 Minuten langen Song-Monster sämtliche Facetten des bislang bekannten JESU-Sounds bedient.

“Infinity” kann nach dem ersten Eindruck durchaus etwas zwiespältig wirken, denn ganz nüchtern betrachtet besteht das vorhandene Lied lediglich aus unterschiedlichen, aneinandergereihten Parts, die sich nicht wiederholen. Zwischen den verschiedenen Elementen des Songs wurden stimmige Übergänge geschaffen und somit ein großes, funktionierendes Ganzes erschaffen. Ob “Infinity” nun lediglich die Zusammenfügung verschiedener Song-Fragmente ist, die bei Broadrick längere Zeit in den Schubladen vor sich hin schlummerten oder ob es seine Absicht war, die Musik tatsächlich so bruchstückhaft zu entwickeln, sei an dieser Stelle offen gelassen. Letztendlich ist es auch egal, denn Fakt ist, dass “Infinity” trotz seiner unterschiedlichen Phasen ein in sich rundes, stimmiges Stück Musik geworden ist, das eine sehr intensive Atmosphäre verbreitet.

Musikalisch zwischen den verschiedenen Schaffensphasen JESU’ angesiedelt, werden hier harte, kantige Ergüsse zelebriert, die an die frühe Phase zu “Heart Ache” Zeiten einnern. Auch donnernde Beats, die ab und zu Parallelen zu GODFLESH aufzeigen gibt es zu hören, ebenso, wie schwebende Ambient-Elemente und weiche Keyboard-Flächen. Neben dem bekannten und von vielen Anhängern der Band verlangten Drumcomputer bedient Broadrick zwischendurch die Kessel auch selbst, was dem Ganzen einen organischen Touch verleiht und besonders zu den absichtlich sterilen Elementen einen deutlichen und für die Gesamtwirkung wichtigen Kontrast darstellt.

Man kann sich somit unterm Strich am fragmentarischen Aspekt bei “Infinity” stören, wenn man sich daran stören will. Man kann aber auch einfach nur den Schwall an Emotionen zulassen, ihn aufnehmen und sich den verschiedenen Phasen des Liedes hingeben. Musik ist Leidenschaft Pur und die wird hier eindringlich vermittelt.

21.04.2011

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