Kadavar - Rough Times

Review

Galerie mit 20 Bildern: Kadavar - Rockharz 2017

Eins ist klar: Auch wenn KADAVAR ihr neues Album “Rough Times” getauft haben und damit neben eigenen Erlebnissen auf die aktuelle Weltlage anspielen sollten, musizieren sie nach wie vor im Geiste der Vergangenheit. Der Band aus Berlin ist es nach wie vor egal, was es in den letzten Jahren und Jahrzehnten musikalisch an Errungenschaften gegeben haben mag – ihre Musik atmet den Geist der Siebziger, als Schlaghosen in waren und Rauschebärte zumindest für den männlichen Teil der Bevölkerung Pflicht. So jedenfalls die Legende.

KADAVAR musizieren nach wie vor im Geiste der Vergangenheit

Jetzt ist KADAVAR eine Band, die sich sich trotz oder gerade aufgrund der schlanken Dreierbesetzung in diesem Terrain schlafwandlerisch sicher bewegt. Und sie ist eine Band, die diese Zeit lediglich als Basis nimmt, um die Möglichkeiten auszuloten. “Rough Times” klingt also keineswegs eingeschränkt, sondern ist entsprechend vielseitig geworden. So steht beim eröffnenden Titeltrack noch die Fuzz-Gitarrenwand im Vordergrund, während “Into The Wormhole” einen hypnotischen Refrain auffährt. “Die Baby Die” gibt sich eingängig und groovig, was nicht zuletzt am extrem leichtfüßigen Bassspiel liegt. “Tribulation Nation” wiederum ist raketengezündeter Spacerock, während sich die Band in “Words Of Evil” tief vor “Paranoid” von BLACK SABBATH verneigt. Da die Musiker aber nicht über die eigenen Bärte stolpern, macht das nichts.

“The Lost Child” wiederum erhält zusätzliche Farbtupfer durch sanfte Orgelklänge, die durch reverbverhallte Gitarren ergänzt werden. Bei dieser teilweise beklemmenden Reise ins Unbekannte zeigen sich KADAVAR von ihrer psychedelischen Seite, während “You Found The Best In Me” eine optimistische Offenheit ausstrahlt. Das abschließende “À l’ombre du temps” wiederum ist sicherlich der experimentellste Song des Albums: Dank der sanften Gitarrenleads und des französischen Textes fühlt man sich in einen (fiktiven) französischen Film versetzt, in dem der Weichzeichner eine ebenso zentrale Rolle spielt wie große Gefühle insgesamt.

“Rough Times” enthält durchgehend starke Songs

Somit zeichnet sich jeder Song durch einen eigenen Charakter aus. Mehr noch: Es darf beruhigt konstatiert werden, dass sich auf “Rough Times” durchgehend starke Songs befinden. Scheint also so, dass KADAVAR sich von den “Rough Times” nicht haben beeindrucken lassen, sondern das Beste in sich gefunden und daraus gemacht haben. Da ist es dann tatsächlich egal, was nach Glockenhosen und Plateausohlen noch alles kam.

04.10.2017

- Dreaming in Red -

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