Kavrila - Blight

Review

Review von Alexander Santel

KAVRILA nennt sich eine relativ neue Krachtruppe, die im Jahr 2016 ein erstes Lebenszeichen in Form des Demos “Rituals I” gegeben hat. Die Selbstbezeichnung “Doom Punk” trifft den rostigen Nagel schon ziemlich auf den Kopf: Mit den dröhnenden Amps, den eher im Hardcore zu verortenden, heiseren Shouts und den allgemein simplen, aber mächtig drückenden Songs wecken KAVRILA nicht nur kurz den Gedanken an ihre Hamburger (Ex-)Kollegen MANTAR. Während die noch eine ganze Ecke stumpfer und ausladender zu Werke gehen (können), bleiben die “Blight”-Songs von KAVRILA meist alle schön kurz und knackig und wissen vor allem durch hin und wieder durchscheinende Melodien (“Abandon”), einer fiesen Doom-Bremse (in der Mitte des Songs “Lungs”) und coolem Groove (“Demolish”) zur Auflockerung zu überzeugen.

KAVRILA erinnern mit “Blight” an MANTAR, sind aber knackiger

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Hier ist wirklich alles dunkel, äußerst dreckig und konsequent lichtundurchlässig … suhlen im Dreck, pure musikalische Desolation und Gewalt. Als würde man in einer Seitengasse des Kiezes nach einer durchzechten Nacht aufwachen und feststellen, dass man ausgeraubt wurde – einen dicken, dröhnenden Schädel, nix mehr an Besitz da außer den Klamotten am Leib, aber irgendwie war es dann doch geil. Der Rauswerfer “Each (Part Two)” sticht als längster und äußerst abwechslungsreicher, fast schon verletzlicher Song heraus, der einem die Lichter am Ende mit einer Noise-Collage ausbläst (und so endet, wie der Opener “Each” die Platte einläutet).

Krach oder Musik? Beides gut vereint!

Wie so oft könnte man auch bei “Blight” von KAVRILA fehlende Abwechslung bemängeln. Da hier aber nichts künstlich langgezogen wird und die Scheibe letztlich keine halbe Stunde auf der Uhr hinterlässt, fällt das nicht so stark ins Gewicht. Eine Empfehlung für alle Hobbynihilisten und generell für alle Leute, die auch nur im Entferntesten etwas mit durch Hardcore/Crust/Sludge/Doom verseuchten Musik-Krach anfangen können.

20.10.2017

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