Krutch - Whatever It Takes

Review

Ja, ich gebe es zu. Beim Anblick des Coves entfährt auch mir unwillkürlich ein genierliches Antipathie-Bäuerchen. Aber lassen wir aktuelle Weltbegebnisse einmal beiseite und widmen wir unser Augenmerk satzungsergeben der hörbaren Substanz hinter diesem diskreten Indiz auf die Herkunft. An diesem Punkt tut man sich zunächst mit dem Opener „Come And Get Some“ keinen wirklichen Gefallen, der Song bestätigt vielmehr die gerade mühsam geknebelten Vorurteile, die schon von „stumpfem US-Core Marke Body Count“ zu intrigieren begannen. Jene sind dann erst ab Track 2 entgültig ruhig gestellt: Mit „Memories“ erschleicht sich nämlich zu ungewohnt frühzeitigem Zeitpunkt eine kleine, aber hellhörig machende Akkusik-Intermission meine Sympathie. Exakt zweiundfünfzig Sekunden später schlägt der Gong zur ersten Runde, und mit „Dead Wrong“ drückt sich das erste Highlight durch die Brüllmöbel, ungehobelter Hardcore der überkorpulenten Gattung, den Eindruck schindenden Gitarrenrammbock durchweg im Anschlag. Die beiden Schreihälse sehe ich buchstäblich die Köpfe aneinander prügeln, nicht ungewöhnlich für diese Sportart, aber uneingeschränkt kurzweilig. Diese zwei Streitgockel sind fortan sämtliche Runden nicht mehr zu trennen, selten gebieten die Fell- und Saiten-bespannten Kampfrichter dem Zank Einhalt. In der ersten, liebreizenden Drittelpause namens „Wash Away“ sammelt einer der Krawallhammel schwer schmachtend beim weiblichen Auditorium Punkte, dafür bekommt er nach dem nächsten Gong wieder mächtig auf die Rübe von seinem Opponenten, und zwar mit einer Schlagkraft, die zumindest noch die Zuhörer in den ersten zwei Reihen Asphalt schmecken lässt. Zeitweilig (wie in der „Mother“-Runde) verstrickt man sich dann in eine kurze Plapperei, die jedoch schnell wieder in urwüchsiges Anbölken gipfelt – Dem Zuschauer wird wieder Radau geboten! Wer jetzt aber glaubt, die Ringrichter böten nichts weiter als schlichtende Makulatur, dem sei an dieser Stelle beteuert: Gitarre, Bass und Drumming mischen (gerade in Songs wie „Sick Mind ‘Stalker‘“) munter und kreativ mit, ergreifen hier und da Partei und heizen das Gemenge immer wieder zu einem zünftigen Krawall an. Die zweite Pause „I’ll Wait“ nutzen diesmal beide Protagonisten zur Meditation, bevor sie in der Endrunde dann durch den simultanen Faustschlag „Destination“ zeitgleich K.O. gehen. – And the winner is: Krutch!

23.03.2002

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