Malignancy - Eugenics

Review

MALIGNANCY aus Yonkers, New York, feiern dieses Jahr ihr 20-jähriges Bandjubiläum – und veröffentlichen mit “Eugenics” gerade mal ihr drittes Full-Length-Album. Dieser Umstand mag erklären, dass die – stilistischen wie regionalen – Nachbarn solcher Namen wie CANNIBAL CORPSE, IMMOLATION oder SUFFOCATION nie denselben Ruhm einfahren konnten wie die genannten Kollegen, auch wenn sie sich musikalisch nicht sehr weit hinter ihnen zu verstecken brauchen.

Death Metal aus New York – im Grunde braucht man die Mucke des Vierers ja gar nicht mehr näher zu beschreiben: Nackenbrecher-Riffs, Slamparts, technisch hochwertiges Riffing … alles da, was dazugehört. Und doch kopieren MALIGNANCY nicht nur stumpf ihre Brüder im Geiste, sondern schaffen sich durch ihre einfachen, pointierten Strukturen und ihre eigene Art des Riffings einen relativ eigenständigen Stil, der sich nicht hinter den Vorbildern zu verstecken braucht. Nette Spielereien wie ein ruhiger, wenn auch disharmonischer Gitarrenlead und ein Sprachsample im Intro von “Global Systemic Collapse” oder eine Akustikgitarre am Anfang von “Separatists” bringen Dynamik ins Spiel, auch wenn die Platte trotzdem hauptsächlich eines tut: Prügeln bis zum Umfallen, eine gute halbe Stunde, und gut ist. Das mag den Fans gefallen, mir persönlich würde ein bisschen mehr der Dynamik, die ja ansatzweise da ist, besser gefallen – damit hätten sich MALIGNANCY nämlich endgültig vom Einheitsbrei abheben können.

“Eugenics” ist damit ein Album, das im Grunde nichts verkehrt macht: Elf Songs werden in 32nochwas Minuten durchgezogen, keine Gefangenen, ein Stil, der dem Genre treu bleibt, aber dennoch seine eigene Nische zu finden versucht … und trotzdem machen MALIGNANCY auch nur bedingt etwas Neues. Wie gesagt, die Ansätze sind da, aber der letzte Schritt in die Eigenständigkeit fehlt dann doch noch. Dennoch: Death-Metal-Fans können mit dieser Platte wenig falsch machen.

02.10.2012

Textchef. Liebt alles, was schwarz, finster und rumpelig ist - und manchmal auch andere Sachen.

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2 Kommentare zu Malignancy - Eugenics

  1. kurt sagt:

    einfache strukturen???? 😀
    hast du sie noch alle?

  2. Stephan Møller sagt:

    Doch, die Songstrukturen finde ich relativ “einfach” (nicht negativ gemeint) – die Komplexität des Materials ergibt sich für mich daraus, wie die einzelnen Parts gespielt sind, aber nicht daraus, wie die einzelnen Parts zusammengesetzt wurden.