Menchen - Red Rock

Review

Wenn es von Panini ein Sammelalbum berühmter Metalhelden gäbe, könnte man auf den Schulhöfen unserer Nation sehr schön den Hype sogenannter ‘Allstar-Bands’ entlarven. Denn wo man dann beim Öffnen überteuerter Stickertüten aus der einen Ecke “endlich habe ich meinen James Hetfield” hören könnte, würde sich ein anderer ärgern: “So ein Mist, schon wieder nur Bill Menchen.” Und was macht man also mit dem doppelten Gitarristen? Man steckt ihn in eine Band mit Ken Redding am Gesang, Schlagzeuger Robert Sweet, und Bassist Tony Franklin, der immerhin mit WHITESNAKE und QUIET RIOT schonmal in namhaften Truppen gespielt hat.

Und rein theoretisch hat ja niemand etwas dagegen, wenn man als Musiker mal Inzucht betreibt und sich neue Mitspieler für die längst überfällige Welteroberung sucht, aber wenn dann dabei so ein 37minütiger uninspirierter Schinken wie “Red Rock” rauskommt, ist das wirklich zu viel des Guten. Genretechnisch haben wir es mit klassischem 80er Hard Rock zu tun, der in brummiger DEF-LEPPARD-Abmischung rüberkommt und rein technisch okay ausgeführt wird. Was sich dann aber songwriting schimpft, ist schlicht lächerlich. Nicht nur, dass Kollege Menchen sich zu keiner Zeit schämt, auch mal übelste Rohrkrepierer auf die Platte zu pressen: auch gute Riffs oder Ideen, wie die Choreinlage in “Forty”, das groovige Hauptthema von “Shifting Sand” oder der innovative Schlagzeugeinsatz im Opener “Train Crossing”, werden durch komplette Verweigerung eines cleveren Spannungsaufbaus zu 08/15 Bückware. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, schämen sich die Texte von Ken Redding nicht, übelste Christenpropaganda zu betreiben. Immerhin gibt es mit “Ashes And Dust” noch eine Nummer, die mal voll aufgeht und auch mal aus bekannten Mustern ausbricht. Auf Albumlänge ist das aber eindeutig zu wenig.

Es darf also getrost ignoriert werden, was hier vom kreativ betitelten Label “Retroactive Records” (welches aber de facto auch nur Resteverwertung von diversen Bill-Menchen-Projekten betreibt) in Deutschland vertrieben wird. Die vorliegenen Songs unterscheiden sich zu keiner Zeit von den Nummern einer durchschnittlich talentierten heimischen Nachwuchsband und haben offensichtlich viel zu viel woanders benötigte Kraft darin verwendet, in Jesus unseren Erlöser zu finden. Da hätte etwas Musik-Leistungskurs nicht weh getan.

23.04.2009

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