Milking The Goatmachine - Back From The Goats

Review

Galerie mit 42 Bildern: Milking The Goatmachine - Hexentanz Festival 2012

Deathgrind, Kalauer und Wortspiele, die das eher unkomische Thema “Ziegen” mehr als nur einmal bemühen, und das alles auch noch dank rigoroser medialer Anteilname schon lange vor VÖ-Termin im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit – was kann man da erwarten?

Auch wenn man nicht alle relativ geschickt verpackten Anspielungen auf “Back From The Goat” versteht, wird schnell klar: MILKING THE GOATMACHINE haben mit ihrem auf dem neuen Nuclear Blast Sublabel Anstalt Records erschienenen Debüt zuallererst ein Tribute-Album veröffentlicht. Auf 14 Tracks knüppeln sich die Chilenen – Verzeihung, “GoatEborger” – ein Mal quer durch die Geschichte internationalen Grindcores. Dass dies sowohl Lateinamerika (“Wasting Away” ist natürlich ein Cover der Brasilianer NAILBOMB) als auch SACRED REICHs Klassiker “Surfing Nic-” …äh, “Goataragua” mit einschließt, ist klar. Auch CANNIBAL CORPSE bleiben mit “Born, Lost And Captured” nicht ungeschoren (jetzt fange ich auch schon damit an!). Als weiteres Beispiel für die Zitierliebe der Ziegen sei hier nur noch Track 9 (“Goatthrower”) genannt, der natürlich nichts weiter als ein Song im Stil der britischen Kultdeather BOLT THROWER ist. Wie sehr dieser Ziegenwitz überstrapaziert wird, sollte deutlich geworden sein.

“Back From The Goat” hat zwei Probleme. Zum einen wirkt die schon recht kurze Platte durch das ständige Umherirren zwischen verschiedenen Stilen völlig zerfahren. Trotz der technisch tollen Adaption der Stücke sind die Unterschiede doch recht deutlich und erfordern vom Hörer einiges an Toleranz, auch wenn viele der Songs wirklich schwer geil umgesetzt worden sind. Die eingangs erwähnten “Wasting Away” und “Surf Goataragua” dürfen dafür als gute Beispiele gelten. Zum anderen nervt der extrem dämliche Humor in Titeln, Texten und Samples dann zumindest mich doch ganz ordentlich. Eine andere Erklärung, als dass die Band schlicht nichts zu sagen hat, kann es für ein Konzeptalbum um Ziegen(!) eigentlich nicht geben.

Als kleiner Tribut an alte Helden, auf dem es viel zu entdecken gibt, oder kurzweiliger Partyspaß gehen MILKING THE GOATMACHINE als Band total klar. Mehr gibt “Back From The Goats” aber eben nicht her, und ich bin schon wirklich gespannt, wie das für ein zweites Album reichen soll.

07.10.2009

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